Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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stärke Ihrer Armee, so wie Ihre Person immer gegen den Punktrichten, den Sie für den wichtigsten erachten werden. Die Zeit,wo man allgemeine Pläne in Uebereinstimmung entwerfen kann,wird bald erfolgen, sobald nämlich die Lage der Hauptarmee deSGeneralissimus genau bestimmt seyn wird. Sollten uns feindlicheBewegungen auch zwingen, Tyrol, Stepermark und Italien selbstalö eine Festung anzusehen, so soll unö dieses nicht entmannen;wir leben in einer Katastrophe, wo männliche Thatkraft weiterführt, als ängstliche Berechnung mathematischer Linien.

Der Erzherzog Johann theilte die Meinung des kaiserlichenSchreibens nicht. Er glaubte vielmehr, daß eine selbstständigeVertheidigung nur auf Tprol anwendbar, und für Jnnervsterreichnur nach einigen Vorbereitungen möglich sey; er fand sein Heergeschwächt, und Napoleons rasches Vordringen in daS Herz desNcicheS und seiner Hülfsquellen ließ keine Verstärkung hoffen.Die Britten wollten sich auch nicht, bevor sie Oesterreichs Fahnenin Mailand und Venedig sehen würden, zu einer kräftigen Di-version verstehen. Der Bicekömg hatte sich dagegen verstärkt;die Siegesposten von Landshut und Eckmühl hoben mächtig denMuth seines Heeres wieder. Venedig, Palma und Osopo lagenmit starken Besatzungen in dem Rücken des Erzherzogs. Deß-halb entgegnete er: Im Falle er seine Eroberungen in Italienbehaupten wolle, so könnten die Erblandc und die wahren Hülfs-qucllen des Krieges in Gefahr kommen. Man müsse daraufgefaßt seyn, daß Hiller bis Ungarn zurückgedrängt werde; esentstehe daher die Frage, ob man in einer solchen Lage den An-griffskrieg fortsetzen, oder den Rückzug antreten solle? Bei einemAngriffe auf die Stellung von Caldiero würde man sich großeinVerluste aussetzen, und im Falle des Mißlingens auf einem lan-gen Nüchugswege hart bedrängt werden. Selbst im glücklichstenFalle könne man sich nicht an der Etsch festsetzen, indem es demVicekönig leicht wäre, sich den Fluß aufwärts, oder gegen Tyrol,von Chasteler verlassen, auszudehnen. Seine Armee könne nichtzu gleicher Zeit das Benetianische erhalten und Tyrol unterstützenohne Herr von Venedig zu seyn, dessen Belagerung sehr langeZeit erfordere; daß man sich daher auf die Vertheidigung Tirolsund Jnneröstcrreichs beschränken müsse, und er im Begriffe sey,seinen Rückzug in die Gebirgsländer und die Defileen von Käul-chen anzutreten, von wo aus er nach Umständen wieder die Offen-