Band 
[Zweiter und dritter Band.]
Seite
241
JPEG-Download
 

2^1

sich bis an den Ort Tarviö genähert, und trachtete zugleich dieGebirge am linken Flügel der Stellung Giulay's zu ersteigen.Am 16. Mai kam Eugen's Hauptquartier mkt der Garde nachPonteba.

Am 16. Abends wurde Albert Giulay angegriffen, wies aberdie Franzosen zurück. F. M. L. Frimont ließ Truppen vonArnoldstein gegen Tarvis vorrücken, allein die Straße war vomFeinde, der bis Goggen vordrang, besetzt, so daß keine Verbin-dung, als die über Würzen, noch übrig blieb. Am 17. erhieltJohann die Nachricht, Wien sep gefallen; der Palatinus vonUngarn glaubte sich mit seiner Jnsurrectionsarmee in den Ver-schanzungen an der Raab nur 6—8 Tage halten zu können. Diesbewog den Erzherzog, aufbrechen zu lassen und nach Klagcnfurtzu marschiren, wo er am 18. Mai ankam. Dem Gen. Giulaysendete er den Befehl zu, abzumarschiren und seine Richtung nachdem Sauthale zu nehmen. General Zach sollte für die Straßevon Neustadt! und den Theil von Kram sorgen, so lange ervom Feinde nichts zu besorgen habe. Der Erzherzog empfahlals Wichtiges, einen Seehafen zu erhalten, um mit England inVerbindung zu bleiben; F. M. L. Jellachich sollte von Salzburgden nächsten Weg nach Gratz nehmen. Johann's Absicht war,alles an der untern Drau zu vereinigen, um dann wieder thätigwirken zu können. Am 19. soll ein Befehl des Generalissimusbei Johann eingetroffen seyn, von Villach über Spital und Salz-burg nach der Donau zu marschiren und das Corps von Jella-chich an sich zu ziehen, Kollowrath, der sich vor Linz befand, dieHand zu reichen, und gemeinschaftlich im Rücken Napoleon's,der im Besitz von Wien war, zu operiren. In demselben Au-genblicke konnte Johann nicht den Weg nach Spital einschlagen;allein auf der Straße von St. Veit und Nottenmann, oder überWolssburg und Altenmarkt, oder auf einer der zahlreichen Pa-rallelstraßen konnte man nach Linz marschiren. Der Erzherzogging dem ungeachtet gegen Gratz.

Eugen beschloß mittlerweile, die feindliche Stellung bei Tar-vis anzugreifen und die Forts Malborghetto und Predil zunehmen. Aus den vorgenommenen Besichtigungen ging hervor,daß der Angriff auf ersteres Fort und die Stellung von Tarvissehr schwierig, ohne ein zahlreiches Geschütz unternommen, sehrblutig seyn würde. Die Parks waren nicht 4 Stunden entfernt,

Schnci-awind/ Bd. II. 16