Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Anzahl und war schlecht in der Zusammensetzung. Endlich folgteder Erzherzog am 12. Mai dem General Mohr auf Thorn,nachdem man von Warschau aus Proclamationen nach ganzPolen versendet hatte.

Am 14. ließ er die auf dem rechten Ufer der Weichsel ge-legene und durch einen schlecht befestigten Brückenkopf mit demlinken Ufer in Verbindung stehende Festung Thorn auffordern.Die Besatzung wies jedoch alle Anträge ab und der Erzherzogmußte sich entschließen, den Brückenkopf zu formen. DiesenPunkt zu nehmen und über die Weichsel zu gehen, entwarf derOberst Brusch, Chef des Generalstabs, den Plan; es wurde mitwenigen Truppen ein verstellter Angriff auf Plock gemacht, umdie Aufmerksamkeit der Polen dahin zu lenken, mittlerweile aberein reeller auf die Vrückcnschanze von Thorn ausgeführt. Hierwurden die Polen wirklich überrascht; Oberst Brusch erschienmit einem Bataillon vorn Negimente Vukafsovich, in dem erdurch alle Grade gedient hatte und das ihm äußerst ergebenwar, plötzlich am 15. vor der Brückenschanze und nahm sie mitSturm. Die Oesterreicher setzten den über die Brücke fliehendenFeinden nach, um in den Platz zu dringen, aber die Weichselist da, wo sie vor Thorn vorbeifließt, in 2 Arme getheilt, welcheeine schmale Insel umfassen. Die Brücke ist also doppelt undgeht von beiden Ufern nur bis an diese Insel, die verschanztwar und in welcher sich die Polen so lange wehrten, bis dieauf Schiffen stehende Brücke, die vollends nach der Stadt führt,abgebrochen war. Die Eroberung des Brückenkopfes wurdetheuer bezahlt, Oberst Brusch wurde dabei getödtet, indemer mit dem Degen in der Faust die feindliche Brustwehr fast zu-erst erstieg. Da er seinen Kriegern in voller Uniform vvran-schritt und die Schanzen da angriff, wo ihn leichter eine pol-nische Kugel treffen mußte, so wurde die Sage und Meinungerzeugt, daß er den Tod gesucht habe, weil er sich den Vorwür-fen habe entziehen wollen, die man ihm entweder wegen desAngriffplanes bei Naszyn, oder wegen der Capitulation vonWarschau gemacht habe. Wie dem auch sey, so ist es gewiß,daß Freunde und Feinde in ihm einen tapfern, einsichtsvollenOffizier ehrten. An seine Stelle kam hierauf der in vielen Be-ziehungen bekannte Neipperg.

Indeß war es schon wichtig genug, den Polen einen Haupt-