Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Reiterei von Loibersdorf verjagt, und besetzte das Ufer des un-teren Rußbaches; Montbrun's leichte Reiterei durchstreifte dieGegend von Ober-Siebenbrunn und die Hügel von Markgrafen-Neusiedl, um Nachrichten vom Erzherzoge Johann einzuziehen,den man ziemlich nahe glaubte; Lasalle's leichte Reiterdivisionschirmte Massena's linke Flanke, die Garde befand sich hinterOudinot im Rückhalte, so wie das Corps von Marmont unddie schwere Reiterei. Die bayr. Division Wrede, die voller Be-gierde von Linz zur Schlacht herbeigeeilt war, stand noch beiWien, und sie schien bestimmt zu seyn, die Einwohner der Haupt-stadt zu bewachen, die von ihren Dächern und Thürmen denGang des neuen Kampfes auf dem Marchfelde beobachteten.General Wrede sandte deßhalb neuerdings Offiziere an Napoleonab, der ihm aber immer nur mündlich wiederholen ließ: „Lsk-osczue la täte lui brüte clezä?" (Ha! Ist sein Kopf schon imvollen Feuer?)

Die franz. Infanterie kam immer näher, und machte einigeAngriffe auf Baumersdorf und gegen Markgrafen-Neusiedl, wel-ches erstere durch Granaten in Brand gerieth. Man schickte denFranzosen einen Theil des dritten Gliedes als Tirailleurs ent-gegen, bei welcher Maßregel fast eine Unordnung in der Liniesich erzeugt hätte, indem der Befehlshaber eines Infanterieregi-ments: „Freiwillige vor!" gerufen hatte, und ein zu großerTheil des Regiments aus den Gliedern lief. Alles behauptetesich jedoch auf seinem Posten, und österreichischer Seitö konnteman den mit wenig Nachdruck unternommenen Angriff desFeindes fast nur als eine Recognoscirung, oder als das Vor-spiel zur großen Scene des morgenden Tages betrachten. Mansetzte auch voraus, der eigentlich entscheidende Angriff der Fran-zosen würde bis zum nächstfolgenden Tage ausgesetzt bleiben, anwelchem man Erzherzog Johann's Mitwirkung entgegensah. Deß-halb erhielten für den 5. das dritte und fünfte Armeecorpö unddie Grenadiere keinen Befehl zum Gewehraufnehmen und An-schließen.

Inzwischen hätte die öfter. Armee beinahe einen ihrer bestenund geschätztesten Vorkämpfer eingebüßt. Eine Kanonenkugel rißdes Fürsten Johann Lichtenstein im vollen Gallopp ausholendesPferd der Länge nach zusammen, und indeß der Fürst hingestrecktunter dem todten Pferde lag, feuerte der Feind heftig mit Kar-