-i2
ließ er, nachdem man sich in Marsch gesetzt hatte, daS CorpSwieder aufmarschircn, und berief sämmtliche Offiziere zu sich,wachte sie mit dem Ganzen seines Vorhabens bekannt, zeigteihnen seine Hoffnungen, unterließ aber auch nicht, ihnen dieSchwierigkeiten vorzustellen, mit welchen man vielleicht zu kämpfenhaben möchte, und überließ es nun der freien Wahl und demGefühl eines jeden, ob er ihm folgen oder abgehen wolle. DerHerzog glaubte auf diesem Wege manchen, vielleicht noch nichtganz zum Abgehen Entschlossenen zum Bleiben zu bewegen; alleiner wurde in seiner Meinung getäuscht, da fast alle Reiter-,wenige (zehen) der jüngsten ausgenommen, und auch mehrereInfanterie-Offiziere um ihren Abschied anhielten, den sie auchun verweilt erhielten.
Als der Herzog sein Corps unter Oesterreichs Schutze er-richtete, fand sich außer braunschweig. Offizieren und den Kricgs-gcfährten deS Herzogs so mancher der unthätigen preuß. Offiziere,der seine persönliche Ehre, die in der damaligen ungerechtenAllgemeinverdammung mit angegriffen worden war, durch einenneuen Feldzug zu reinigen suchte, und daher mit Hintansetzungseines Vermögens und seiner Familie dem Rufe des Herzogsfolgte. Bei einer großen Menge hatte auch der hohe Gehaltden Wunsch rege gemacht, den kärglichen Halbsold gegen densel-ben zu vertauschen, und aus diesem und keinem andern Beweg-gründe hatten sie sich dem Herzoge angeschlossen. Es ist nichtzu läugnen, daß diese Offiziere, so lange das Corps in Verbin-dung mit den Oesterreichern agirte, ihre Pflicht auf das Treff-lichste erfüllten; allein als jenes nicht mehr Statt fand, trat beiallen statt der Exaltation die ruhige Vernunft ein, mancher hatteseine Persönlichkeit gerechtfertiget, die meisten aber hatten Ver-mögen, wie es bei den Cavallerie - Offizieren damaliger Zeitgewöhnlich war, und es entstand mithin die Frage, ob diese Rück-sichten einem ungewissen Zuge aufzuopfern werth waren? Wasaber Alles dieses verstärkte, war, daß manche unter ihnen demFeldherrntalente des Herzogs weniger Zutrauen schenkten, als eres verdiente, Und, nach Dörnberg's Abschicken, die Scene vonStralsund (Schill's Ende), die ihnen im frischen Andenken war,bald erneuert zu sehen glaubten, überdieß auch ihre Ehre nichtgefährdet war, wenn sie das Gewisse dem höchst gewagten Un-