Band 
[Zweiter und dritter Band.]
Seite
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sollte, sobald sie sich der feindlichen Reiterei genähert hätte, diesedurch Kartätschenfeuer in Unordnung bringen, sie hierauf an-greifen und auf diese Art sich auf die Escadron werfen, welche denWeg nach Dresden besetzt hatte, wodurch die sächs. Cavallerie,trotz ihrer betauten Güte, wahrscheinlich zerstreut oder nieder-gehauen worden wäre.

So richtig indessen auch die Voraussetzung und so gut dieDisposition auch war, so wurde selbige dennoch durch die ein-zeilige Hitze des Major Scriever gänzlich vereitelt, indem er sichgegen den Befehl mit der aufmarschirten sächs. Reiterei enga-girte, um, wie er nachher als Entschuldigung anführte, seineneue, noch nie im Feuer gewesene Compagnie zu prüfen, wodurchnicht allein der zum Angriff bestimmte Theil der Braunschweigerdie Zeit verlor sich zu formiren, sondern auch den Sachsen Ge-legenheit gegeben wurde, einen Coup auszuführen; denn unge-achtet sie des Halbdunkels wegen, in dem man wirklich bei Leipzigangelangt war, die Stärke ihres Feindes nicht genau beurtheilenkonnten, so mußten sie doch aus dem zerstreuten Feuer dessenSchwäche vermuthen, wodurch sie zu einem Angriffe bewogenwurden, dem die als Tirailleurs stehende Scharfschützencompagnienicht widerstehen konnte, zumal da sie nicht einmal Hirschfängerauf ihren Büchsen hatte, mithin ihr Heil in der Flucht suchenmußte, wobei sie von der sächs. Cavallerie eingeholt und 17Mann niedergehauen wurden, auch die ganze zum Theil schonniedergerittene Compagnie verloren gewesen seyn würde, wennnicht die braunschweig. Cavallerie herbeigeeilt wäre und sie ge-rettet hätte.

Indessen hatte doch, trotz des gemachten Angriffes, die sächs.Cavallerie, die auf das Herbeieilen der brauschweig. Reiterei sichsammelte und schnell retirirte, Zeit genug, ihrem Verderben zuentgehen, und war im Stande, den Weg nach Dresden ruhigeinzuschlagen, indem die zum Besetzen desselben bestimmte Esca-dron der Schwarzen noch nicht die Hälfte des Wegö, um dahinzu gelangen, zurückgelegt hatte, als das zu früh begonnene Ge-fecht bereits beendigt war.

Am 26. Juli, gegen 5 Uhr des Morgens, rückten die erstenbraunschweig. Truppen theils durch das Grimma'sche-, theilsdurch das Peters-Thor in Leipzig ein. Eine kleine Abtheilungverfolgte die retirirenden Sachsen über Stvtteritz hinaus, der