203
ließ er sie mehrere Stunden warten, bevor er sich entschloß,ihnen Audienz zu ertheilen, in welcher aber er Jedem wieder einCommqndo übertrug' Sicherer gegen Kufssssn qu der Thiersee,wo er zu Hause war, Eissnsteckeu im südlichen Tirol,
Am 4. Oktober, dem Namensfeste des Kaisers Franz, wurdein der Hofkirche zu Innsbruck, am Grabe des großen Maximilianein Hochamt und n De>>m gesungen, wobei der Abt von Wiltaudie ihm auf einer silbernen Schüssel dargereichte Gnadenketteweihte, Hofcr verließ seinen mit rothem Sammt ausgefchlagenenBetschemel am Hochaltare, und empfing küssend um ssjnen Halsdas Zeichen der Huld des geliebten Kaisers. Unzählige Frxuden-thxänen flößen unter der ungeheuren Menge. Der KapuzinerJoachim Haspinger erhielt bei der nämlichen Gelegenheit dasösterreichische geistliche Verdienstkreuz.
Dieses waren die letzten Freudentage HpferS und seinesLandes,
Die Tiroler standen damals unter Speckbacher, Haspinger,Harasser, u, A, in Hallein, Berchtesgaden, Radstadt u> a. O,Neichenhqll war von ihnen fast ganz umringt. Daher wurdenzur Behauptung dieses Punktes von den Bayern sogleich unterguter Bedeckung Verrathe an Lebens- und Kriegsbedarf dahingeschafft, Pfahlwerke um den Ort geschlagen, die nächsten An-höhen mjt Schanzen und Verhauen gesichert, die Wälder, welchedie Bewegungen der Tiroler verbargen, niedergehauen, kleineKanonen zur Bestreichung der Umgegend auf das Dach desNeichenhaller Schlosses aufgepflanzt, und gegen den Staufenberg,wo sich die Insurgenten zahlreich zeigten, die Staufenegger Brückeabgeworfen. In der Aufstellung der Truppen machte Lessbvrekleine nothwendige Abänderungen; namentlich waren die PunkteNssichenhall, St. Leonhard, Unteralpe, Elsbethen, Pergheim u, a.besser besetzt. Lessbvre, um die Besatzung von Salzburg zu ver-stärken , ließ von der Division Deroi das 14. Lfnieu-Regimentnach dieser Stadt abrücken, welches in den Punkten Neubeuernund Traunstein von dem 9. Negimenss abgelöst wurde. Diedadurch entstandene Lücke wurde auf Dcroi'ö Verlangen sogleicham 27. September durch den französ, Oberstlieutenant BöinsotMit 800 Mann Infanterie und 200 Pferden ausgefüllt,
Deauniont hatte zu Ende August den Oberbefehl über allezu Ober-Schwaben und Vorarlberg aufgestellten Truppen dM