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Nachdem heute die Deputation des Landes zusammengetreten,Um die traurigen Angelegenheiten des Landes beizulegen und diegehörigen Verfügungen zu treffen, so wurden daher zu diesemZiele so eben Deputirte an S. Mas. den Vicekönig von Italienabgeschickt, und da man diese erst abwarten muß, so sind zwardie Feindseligkeiten bis zu ihrer Rückkehr eingestellt, dagegen aberder schärfste Auftrag ertheilt, alle Posten auf daö beste besetzt zuhalten und sich bei schwerster Verantwortung ja keiner von seinemPosten zu entfernen. Sollten wir aber vom Feinde angegriffenwerden, so ist Gewalt mit Gewalt zu vertreiben.
Steinach, den 3. November 1809.
Andere Hofer,Oberkommandant in Diroll.
Den Brief Hofcrs über seine Unterwerfung nahmen dieTiroler mit verschiedenen, mit gemischten Gefühlen auf. Wieungerne selbst in dieser bittern, äußersten Noth die Tiroler sich inihr Schicksal ergaben, wie hart eS selbst denjenigen vom Mundeging, die aus Pflicht zur Ruhe, zum Frieden und zur Ergebungermähnen sollten, spricht wohl nichts deutlicher aus, als derHirtenbrief des Fürstbischofs von Briren, Graf Lodron, an denKlerus seiner Diärese:
„Ehrwürdige Amtsgehülfen!
„Obschon ich durch euch, liebe Amtsgchilfen ! meine Divcesan-schäflcin während des gegenwärtigen Krieges aus oberhirtlicherPflicht zweimal, aber vergebens zur Ruhe ermähnt habe, so kannich doch nicht umhin, euch das dritte Mal zur Erreichung diesesedlen, nicht minder für Religion als Staat wichtigen Zweckesaufzufordern.
„Am 14. Okt. d. I. ist der Friede zwischen Sr. Mas. demKaiser Napoleon und Sr. Mas. Franz I. abgeschlossen worden.Die bayerischen, französischen und italienischen Truppen habenunser Vaterland, um es jenem Landesherrn zuzutheilen, den unsdie Vorsicht bestimmt, nicht nur rings umgeben, sondern auchgroßen Theils im Besitz, und S. K. Höh. Napoleon Eugen,Vicekönig von Italien, sichert im Ergebungöfalle volle Verzeihungdes Geschehenen, und allen gegründeten Beschwerden gerechteAbhilfe zu, auch wird unser bedrängtes Vaterland durch fort-gesetzten Widerstand der vollen Untergangsgefahr ausgesetzt.
„Liebe Amtsbrüder! Euer reiner, und darum der guten