Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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nicht mehr zu fürchten seyn würde. Wirklich begannen schon dieAuswanderungen. Warasdin in Croaticn, hart an der steycrischenund ungarische» Grenze, wurde als Sammelplatz angewiesen undder bekannte Teimer erhielt die Aufsicht sämmtlicher dahin zu-sammenströmenden Tiroler.

In seinem Hauptquartier zu Sterzing, am 8. November,trafen den Sandwirth die von Eugen zurückkommenden Liebererund Donay; der Vicckönig war keineswegs ohne ernstliche Theil-nahme an den Begebnissen Tirols, um so mchr als er bereitswußte, daß der schönste Theil des Landes dem Königreiche Ita-lien anheimfallen solle.

Hofer eröffnete die Rückkehr der Deputirten, und erneuerteden Aufruf zur Ruhe auf folgende Weise:

„Tiroler! liebe Brüder!"

„Der Friede zwischen Sr. Mas. dem Kaiser von Frankreich e

und König von Italien, und zwischen Sr. Mas. dem Kaiser vonOesterreich ist bereits unterm 14. deö v. M. abgeschlossen wor-den. Wir sind schon so darüber benachrichtigt, daß es keinemvernünftigen Zweifel mehr unterliegen kann. Napoleons Groß-mnth hat uns Gnade und Vergessenheit alles Vergangenen zu-gesichert. Ich versammelte darüber, soviel ich konnte, Deputirteaus verschiedenen Gerichten und schickte mit Einverständniß der-selben als Abgeordnete, den hochwürdigcn Herrn Joseph Donayvon Schlandcrs, meinen Vertrauten, und den Herrn MajorSieberer von Unterlangkampfen, mit einem, von allen Gerichts-Deputirten unterzeichneten Schreiben an Sr. Mas. den Vice-könig von Italien nach Villach. Heute sind benannte HerrnAbgeordnete wieder zurückgekommen und haben nachstehendes,eigenhändiges, allergnädigsteS Handschreiben von Sr. Mas. demVicekönig von Italien mitgebracht, welches ich mir Jedem zuwissen zu machen, zur unverkennbaren Pflicht rechne."

Lopia.

„Ich habe euer Schreiben, meine Herrn Deputirten, wel-ches ihr an mich erlassen, und welches mir eure Abgeordnetenüberreichten, richtig erhalten. Ich ersehe mit Vergnügen, daßihr endlich euer eigenes Interesse in Betracht zieht, und nunselbst entschlossen seyd, euerem Vaterlande den Frieden zu gebenund euer ganzes Zutrauen auf die Großmnth Sr. Majestätdes Kaisers der Franzosen und Königs von Italien zu setzen.