— 280 —
vlch, die Martinswand bei Finstermün; blos mit einem geringenWachtposten zu besetzen,
Nur im Unter-Jnnthale dauerte es mit der Pazifikationetwas länger, indem durch Hofers Ordre irre geführt, noch eineZeit lang Speckbachcr sich in diesem Thale herumtrieb. EinAngriff von bewaffneten Bauren auf eine Streifwacht vom 14,Regiment in Obergaszeim, ain 27. Nov. ein aufgefangener Priesfolgenden Inhaltes:
„Allerliebster Paul!
„Ich Unterzeichneter bitte dich» daß du mir die Gefälligkeiterweisest, daß du die Leute in Ellenbogen in aller Eile auffor-derst, denn es wird den 27. anfallen Seiten angegriffen werden;die Franzosen inner dem Brenner sind aufgeräumt und hie Ober-länder und der Hofer rücken vor und mit der Hilfe Gotteswollen wir den Feind bei der Nacht, so stillmöglich ist, zu über-fallen suchen. Ergreifet also die Waffen und helfet, die Reli-gion und das Vaterland retten, Unterredet euch, ob ihr nichtin der Stille der Nacht könnet euern Rumor machen,"
Datum Wartcnberg am 24, November 1809,
Untexz. Joseph Miller,
K. K. Unter- Commandant,Joseph Speckbacher.
K, K- Ober-Commandant.
und bewaffnete Bauern auf dem Berge verriethen dem GeneralDeroi, daß abermals Feindseligkeiten beabsichtigt seyen, Er waraber auf seiner Hut.
Der Lieutenant Rogister, welcher mit 50 Mann auf demSchloßberge von Rattenberg stand, wurde wohl am 30. Nov,von 200 Insurgenten mit Ungestüm angefallen; allein die Paternbehaupteten sich, bis General Vinccnti ihnen die sehr dringendeUnterstützung zuschicken konnte, Deroi sendete nun, da er ver-nahm, daß eigentlich die Wildschönau die Werkstätte dieser neuenUnruhen und der Aufenthaltsort der Volksqufwiegler sey, denObersten Wetzen mit 8 Compagnien des 5, Regiments, den Ma-ser PillemeM mit 2 Compagnie» des 14. Regiments und eineKanone in das Thal von Wildschönau. Diese Truppen, welchevon drei verschiedenen Seiten am 2. December einrückten, fandendie Bewohner ruhig in ihren Wohnungen. Sie entwaffneten dasganze Thal ohne allen Widerstand und kehrten ckm 9. December