Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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zu kriechen. Von da trugen ihn zwei Freunde nach seinem Hauseim Rinn, wohin mittlerweile seine Familie zurückgekehrt war, undwo ihn am Morgen sein Knecht im Stalle fand. Alsbald grubdieser unter den Kühen ein Loch, eng wie das Grab, und ver-barg darin seinen Herrn unter Dünger und Stroh. Fünf volleWochen verlebte Speckbacher so, während Ruhe und Wärmeseine Verletzungen heilten. Niemand außer Zoppel wußte umseinen Zufluchtsort, selbst seine Frau nicht bis zum Augenblickedes Scheidens, damit ihre Aengstlichkcit bei den öfteren Nach-suchungcn im Hause ihn nicht verriethe. Endlich am 2. Maierhob er sich zur Flucht, nahm zehn Pfund Fleisch mit sich nebstetwas Brod und wanderte damit über das unwegsamste Gebirge,fast ohne Schlaf (die Kälte erlaubte es nicht auf den Höhen);erst am 10. Tage traf er einen Menschen. So entkam er nachGastein und von da über Großadel, durch das Lungau und dasThal von St. Michael, nach Gemünd und über die StanzerAlpen nach Wien,

Aber einer von den Dreien, die den Bund zum dritten sieg-reichen Losschlagen deS Vaterlandes geschlossen, der dann gegendie Franzosen und Italiener in der Mühlbacher-Klause gestritten,hatte nicht das Glück SpeckbacherS, zu entrinnen. Peter Maper,Wirth in her Mahr außer Briren, 45 Jahre alt, wurde gefan-gen genommen. Dieser Mann, wie schon einmal angedeutet,sprach in dem dunkelgluthvollen, durchdringenden Blicke, in denspitzigen Zügen, in dem festzusammengekniffcnen Munde, in denwenigen Gebärden, in der kurzen, scharfbetpnten Rede seinenCharakter auf den ersten Blick aus. In seinem lodfnen Waimns,unter dem schlichten grünen Hut wohnte die strengste vaterlän-dische Tugend und religiöser Fanatismus ohne unreine Neben-zwecke. Mayer hätte aus vermeintlicher Pflicht dem liebstenFreund, mit Thränen im Aug' und mit zitternder Hand, denBlick gen Himmel, aber unbeugsamen Entschlusses, den Stahlin's Herz gesenkt. Wie Mayer im Leben war, so ging er auchin den Tod, obgleich Vater von 6 unmündigen Kindern, derenjüngstes zur Zeit seiner Hinrichtung die Mutter noch unter ihremHerzen trug.

Im Februar 1810 wurde er zu Botzen vor An französischesKriegsgericht gestellt, weil er noch nach der Proklamation desVieckönigs aus Villach die Waffen getragen, also sich der Am-