285
so daß endlich die Bauern dessen müde wurden und ihn bei demletzten Widerstände gegen Rusca mit Gewalt auö dem Wirths-haus von Obcr-Lienz herauszerrten, das er sich zu seinem BergHoreb ausersehen hatte. Kolb wollte alle Kriegsgefangenen nie-dermachen, wollte mit Pässen versehene französische OffiziereMeuchelmorden, die öfter. Truppen im Lande mit Gewalt zurück-halten und den verzweifeltsten Widerstand leisten. Endlich beloger Hoser'n, um neuen Kampf zu erzeugen. Als Brire» undBruneckcn durch Scvcroli und Morcau entsetzt waren, flohKolb über das Kärnthnische und Obersteperische Gebiet mit 12Begleitern nach Wien, erhielt wohl eine Pension, wurde aberweggewiescn und starb hierauf zu Pera bei Constantinopcl, nach-dem er und seine Tiroler dem öfter. Jntcrnuntius, Freiherr vonStürmer, bei dem Brande des GesandtschaftspalastcS wesentlicheDienste geleistet hatten.
Eine Zeit lang Sandwirth Hofer's Nebenbuhler an Glückund Ruhm, an Talenten jedoch, an unternehmendem Muthe ihmsehr überlegen, aber bei weitem nicht so populär als Hofer warMartin Tcimer. Am 14. Aug. 1778 zu SchlanderS »n Vintschgaugeboren, machte Teimer, eines armen TaglöhnerS Sohn, den juristi-schen Curs an der hohen Schule zu Innsbruck, neben Hormapr,Schneider, Roschmann, unter harten Nahrungösorgen. Als 1700Napoleon Bonaparte in unerklärbare» Siegen nach 03 Jahrenharmlosen FriedenS das Kriegöfeuer wieder an die LandmarkenTirols trug, diente Teimer unter den dortigen Milizen, schwangsich bis zum Major aus und zeichnete sich bei Zauobona, Maul-tasch, Bvtzcn, am Scharler Joch und anderen Gelegenheiten auö.In den Friedensjahren 1800 bis 1809 war er Oceonom undTabaksverleger in Klagenfurt. Von da kam er bei'm Anfangedes Krieges 1809 als öfter. Agent nach Tirol und ward einerder tüchtigsten Führer der Landleute. Teiiner war kräftiger,mittlerer, gedrungener Statur, hatte eine vorragende Stirne,Mund und Kinn, feine Nase, blaue, aber etwas scheue Augen.Bei nicht gemeinen Fähigkeiten wehte in diesem Naturmenschender Muth des Geistes und des Blutes, ja eine rechte Lust ge-rade nach dem Unwahrscheinlichsten und Verwegensten und einGleichmuth bei glücklichem oder unglücklichem Erfolge. Seineganze Kühnheit war nicht ohne Trotz und List. PhlegmatischenTemperaments, wie Hofer, und ebensowenig Feind der Bequem-