Fünsnnddreißjgstes Doch
Am Abend des 19. Okt. hatte in Wien der Minister Cham-pagny die Ratifikation des Friedens vom Kaiser von Oesterreichempfangen. Kaiser Franz hatte zur Auswechslung derselben undzu Vollziehung des Vertrages seinen Oberstkammerherrn Grafenvon Wbrna nach Wien geschickt... Die Nachricht der Annahmetraf am 22. Oktober in aller Frühe in München bei Napoleonan. Es war dieses Aktenstück mit einer Antwort des KaisersFranz auf Napoleons Brief vom 15. begleitet. Indem Franzalle Ausdrücke, die auch nur im geringsten ein Bedauren ver-rathen konnten, in diesem Schreiben vermied, wollte er in demVertrage blos das glückliche Unterpfand der Wiederherstellungjener Freundschaftsverhältnisse erkennen, die er, wie er sagte,stets gewünscht habe. Er-sprach die Ueberzeugung aus, daß dieVerbindung zwischen Frankreich und Oesterreich ihr wechselseitigesGlück begründen müsse, und indem er noch bemerkte, daß dieglücklichste Epoche für beide Völker immer diejenige gewesen sey,w o sie am innigsten mit einander verbunden waren, versicherteer seine vollkommenste Geneigtheit, alles, was in seinen Kräftenstünde, anwenden zu wollen, um diese Verbindung so enge alsje wieder herzustellen.
Napoleon verließ hierauf München und eilte über Augs-burg , Ulm, Stuttgart, Rastatt nach Straßburg, wo er nur solauge blieb, als nöthig war, um Rapporte über alles das, was