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schwedische Offiziere waren im russischen Hauptquartiere, in welchemneues Leben durch die Ankunft der verbündeten Monarchen gekom-men war; sie unterhandelten mit dem preußischen bevollmächtigtenMinister Hardenberg und ein Corps von 5,000 Mann unter Blücher wurde zur See nach Pommern geschickt. Zu gleicher Zeit wurde eineExpedition unter Kaminsky, nicht mit dem Willen von Ben-nigsen, zur Unterstützung von Danzig geschickt, denn dieser glaubte,daß diese so wichtige Festung nur durch eine Offensiv-Operation derganzen Armee entsetzt werden könne.
Der russische Oberst von Engelmann und der preußische Oberstvon Krusemark wurden nach England, und der russische DiplomatGraf Neffelrode und der preußische Obrist -Lieutnant von Knesebeck nach Wien geschickt, nachdem vorher ein österreichischer Offizier imrussischen Hauptquartier angekommen war. Der Stand der dama-ligen Angelegenheiten bei der russischen Armee ergiebt sich aus einemMiktheilungsschreiben, welches der General Bennigsen an den Gene-ral Michclson richtere, der damals in der Türkei kommandirte:
»Die schmeichelhaften Aeußerungen, welche mir Ew. Excellenzüber den Winter-Feldzug angedeihen lassen und die Wünsche fürmein ferneres Kriegsglück sind mir von einem so kompetenten Richterund geehrten Freunde vom höchsten Werthe. Meine Hoffnungen fürdie Zukunft sind aber sehr gering und nur die so überschwenglicheGnade unsers verehrten Souverains und sein dringend ausgesproche-ner Wunsch, können mich vermögen, an der Spitze der Armeen zubleiben, obgleich meine- militairische Ehre bei dem zu erwartendenneuen Feldzuge sehr in Gefahr gerathen wird. Denken Sie sich mirgegenüber den ersten Helden des Jahrhunderts, mit einer mehr alsdoppelt so starken Armee, welcher zugleich unumschränkter Herr überdie Kräfte großer Länder und Niemand verantwortlich ist. Seine