48 Erste Abtheilung. Zweiter Abschnitt.
Jahre spater, veranlaßte die Trennung des Herzogs von Os-nwnd, der seine Truppen den Verbündeten entzog, großenVerlust für dieselben, auch den von Douay. Marschall Villarsbemächtigte sich dieser Festung wieder (20. Sept. 1712). Durchden utrechter Frieden wurde ihr Besitz der Krone Frankreichgesichert. Ihre Lage hat sie in spateren Kriegen keiner Bela-gerung ausgesetzt, da sie eigentlich in die dritte Fesiungsliniegehört und die vielen Platze der Niederlande zur VormauerFrankreichs dienten. Durch das sumpfige und waldige Gebietder Scarpe ist diese Festung von Cond6 getrennt, welchesam rechten Ufer der Scheide und der sich in diese ergießendenHaine liegt. Von Sümpfen und Morästen umgeben, hatdie Natur sie auf allen Seiten geschützt. Die Festungswerkesind vom Ritter de Ville erbaut und bestehen aus sieben ganzenund drei halben Bastionen und sieben Ravelins. 1685 wurdeneine Menge schon früher angebrachter Schleußen noch mit zweineuen vortrefflich angelegten, vermehrt. Die Stadt selbst istunbedeutend, sie zahlt zwar 600 Häuser, die aber kurze,finstere und unregelmäßige Straßen bilden, und mit 6080Einwohnern bevölkert sind. Dieser Ort hat dem berühmtenGeschlecht Condö den Namen gegeben. Während der Revo-lution nannte man ihn eine Zeitlang Nordlibre.
Ludwig XIV eroberte sie nach sechstagigcr Belagerung.Der berühmte Marschall Cröqui hatte die Arbeiten im Laufeder Belagerung geleitet, und wurde Gouverneur der Stadt.Die Oesterrreichcr nahmen es am 10. August 1793. Schercreroberte es am 17. August 1794 wieder. 1814 wurde Cvndönur beobachtet; 1815 aber übergab der General Bonaire dieseFestung durch Capitulation an den Prinzen von Oranien, unddie Hannoveraner unter General Alten hielten es bis 1818bescltt. Sonde ist nur drei Lieues von Valenci'cnnes entfernt-Die wohlunterhaltene Straße dahin, führt zwischen dem Waldevon St. Amant und der Scheldc, über die Kirchdörfer Fresnesund Bruay.
Valenciennes ist eine Festung vom zweiten Range,ebenfalls an der Scheide gelegen, von der ihre Citadelle ganz