Die Gränzen Frankreichs. 201
Ansuchen seiner Familie hielt man unter andern den GrafenMirabeau lange hier gefangen. 1712 wurde RH6 durcheinen Wolkenbruch auf eine fürchterliche Weise verwüstet,^rade gegenüber dieser Insel liegt die Seestadt La Rochelle,die auch in den dritten Rang der festen Plätze gehört, ein^>eil ihrer Werke ist unter Ludwig XIV erbaut worden,das Schloß aber auf ihrer Westseite ist schon altern Ursprungs,Und das Fort Louis am Eingänge des Hafens wurde aufden Antrag Richelicus im Zahre 1622 erbaut. Ihr sichererUnd bequemer Hafen wird durch zwei Thürme vertheidiget;
Jahre 1627 ließ Richelieu durch die Ingenieure MetezeauUnd Tiriot einen Damm aufführen, welcher diesen Hafen ver-schloß, damit der Stadt keine Hülfe von der Seeseite zukom-men konnte. Die Engländer bemühten sich vergebens, die-sen Meerdamm zu durchbrechen, aber ihre Flotte mußte un-terrichteter Sache wieder zurückkehren. Die Stadt hat unterihren 2200 Häusern viele Kirchen, ein Hospital und vieleandere merkwürdige Gebäude. Diese Stadt ist der Schauplatzvieler merkwürdigen und traurigen Ereignisse, durch, die Re-ligionskriege herbeigeführt, gewesen. Die Engländer habenRochelle erst zu einem wichtigen Ort empor gehoben, undspäter war es der Vcrsammlungspunkt der Hugenotten, die
Herzog von Anjou, der nachmalige König von Polen undFrankreich, hier belagerte, er mußte aber mit dem Verlust des^ßtcn Theils seiner Armee abziehn, und die bekannte blutigeBelagerung von Rochelle trug sich erst unter Ludwig X111öM Die Rocheller hatten sich auf die Hülfe der Engländerverlassen, deren Flotte an der Küste der Insel Rhö kreuzte,
sie
wurde aber von den Admiralen Tvyras und Schomberg
^schlagen und zerstreut, und der Herzog von Angoulcmergann die Belagerung, die vom Anfang August 1627 bis^Ni 28. Oct. 1628 dauerte, an welchem Tage die Stadtrch schrecklichste Hungersnoth gezwungen ward sich zu
Heben. Der große Kriegshafen Nochefort liegt zwei
^ unden von der Mündung der Charente entfernt. Auf derv'te der Charente ist die Stadt mit einer hohen Mauer