252 Zweite Abtheilung. Erster Abschnitt.
Den wichtigsten Posten eines ersten Beamten der Kriegsver-waltung bekleidete in den ersten Rcgierungsjahren Ludwig Xl^der berühmte Lctellier, durch ausgezeichnete Eigenschaften löste erlange Jahre hindurch die schweren Aufgaben, welche die KriegsVerwaltung eines großen Reiches auswerfen. Sein Sohn »"dNachfolger, der Marquis Louvois, leistete auf diesem hohe"Standpunkt seinem Vaterlande nicht mindere Dienste, und eswurde allgemein anerkannt, daß Frankreich damals in diese"'Zweige der Staatsverwaltung jedes andere Land hinter stehzurückließ, indem jener große Staatsmann mit aller Machtdahin arbeitete, für den möglichst wohlfeilen Preisdie möglichst größte Anzahl Truppen zu unter-halten.
Unter der Regierung Ludwig XV fehlte es auch nichtan geschickten Kriegsministern; weder dem Grafen Argens""'noch dem später zu dieser Würde gelangten Herzog von Choise^mangelten die dazu nöthigen Eigenschaften, und in dem Mac-schall von Sachsen hatte sich ein anderer Turenne gesunde"'der die Strategie wie die Tactik immer mehr lieb gewönne"hatte, je genauer er sie kennen gelernt.
Ludwig XVI traf bald nach seinem Antritt der Regie-rung ein harter Verlust als schlimme Vorbedeutung der Stü^me, welche die Laufbahn dieses unglücklichen Fürsten bezeichn^ten: einer seiner vortrefflichsten Staatsdiener, der Kriegsn""'-ster Muy starb plötzlich, und der Graf St. Germain wurdean die Spitze des Kriegswesens gestellt; dieser Ministerweder im Stande das Vertrauen seines Monarchen zu rechtsfertigen, noch die Liebe der Armee zu gewinnen. NachJahren folgte ihm dek Fürst von Montbarry, dem es z"'""'nicht an Talenten, wohl aber an Lust mangelte, dieselbe" ^den Tag zu legen; die Administration seines Nachfolgers c>eMarschalls Segur zeichnete sich durch Mißgriffe manchf^Art aus. Die Regierung entschloß sich, ein Kriegscollegi"zu errichten, an der Spitze desselben stand sieben Mo""lang der allgemein geachtete Puysegur, und als der Herz s