280 Dritte Abtheilung. Erster Abschnitt.
den Sieg in den Ebenen von Ocanna, welcher den Weg zurEroberung der Sierra Morcna bahnte, welche aber nachSoults Entschuldigung durch die Unentschlossenheit des Kö-nigs gehemmt wurde. Eine Reihe von Unfällen ließ dieFranzosen alle Eroberungen in Spanien wieder verlieren undsiegreich trieb sie Lord Wellington nach seinem Siege beiViktoria in ihre heimatlichen Berge zurück. Napoleon rief denMarschall Soult 1813 nach Deutschland und vertraute ihmden Befehl des Centrums in der Schlacht bei Bauzen. Wah-rend des Waffenstillstands gefiel es dem Kaiser ihn schnellwieder in die Pyrenäen zu senden, wo er noch einmal am25. Juli einen Versuch wagte wieder in Spanien einzudrin-gen, der Verlust des Treffens, bei Villalba machte dieses Un-ternehmen mißlingen. Aus der festen mit großer Einsichtgewählten Stellung an der Nivelle, warf er sich am 10. Nov.in das feste Lager vor Bayonne, er überließ die Festung,nachdem die Engländer den Adour überschritten hatten, ihrereigenen Vertheidigung, und nach den verlorenen Treffen vonOrthcz und Toulouse endigte ein Waffenstillstand die blutigenEreignisse im westlichen und südöstlichen Frankreich. MarschallSoult unterwarf sich der neuen Regierung und seinem recht-mäßigen Monarchen, der ihn mit aller der Auszeichnung auf-nahm, welche einem Feldherrn, der so großen Ruhm erwor-ben, und selbst im Unglück die Stärke der Seele immer bei-behalten hatte, zukam. Mit dem Commandeurkreuz des Lud-wigsordens geschmückt, wurde ihm am 3. Mai der wichtigePosten eines Kriegsministers anvertraut, eine Würde welchedie provisorische Regierung dem, wegen seines Unglücks beiBaylcn, von Napoleon unwürdig behandelten General Dupontübertragen hatte. Im Frühjahr 1815 zog Soult den Ver-dacht auf sich mit Napoleon und seinen Anhängern in Ver-bindung zu stehen, und der Herzog von Fcltre erhielt seinPortefeuille. Jene Meinung wurde nur zu sehr durch dasspätere Betragen des Marschalls gerechtfertigt. Napoleonbekleidete ihn, während der hundert Tage, mit der Würdeeines Majorgencrals seines Heeres, die früher der Prinz von