314 Dritte Abtheilung. Zweiter Abschnitt.
Willst (Amadeus),
Graf, Generallicutenant, Commandeur des Ludwi'gsordens und derEhrenlegion rc.
Zu St. Germain-en-Laie von «blichen Eltern geborenwurde ihm eine sorgfältige Erziehung zu Theil, nach Beendi-gung derselben trat er als Officier in die Legion Maillebois;beim Ausbruch der Revolution finden wir ihn als Oberst des-selben Corps, er diente zuerst in diesem Grade und spater indem eines Brigadcgenerals in der Armee der Ostpyrenäen.Nach einem Unfall, der ihn 1793 in der Gegend von Perpig-nan getroffen hatte, wurde er des Verrathes beschuldigt undseines Commandvs beraubt, doch nachdem Graf Willst beidem Heere der Westpyrcnaen wieder eine Anstellung gesundenhatte, widerlegte er jene Anklage durch Beweise der glänzend-sten Tapferkeit und einer unermüdendcn Thätigkeit, welche erbei vielen Gelegenheiten, und besonders bei der Erstürmung derRedoute Ludwig XIV und in den Gefechten in der Umgegendvon Montdragon und, Saldona an den Tag legte. Seine Er-nennung zum Divisionsgencral erfolgte in diesen Zeitraum, alssolcher befehligte er unter Hoche gegen die Vcndeer; die unerhör-ten Grausamkeiten, welche sich der letztere zu Schulden kommenließ, veruneinigten beide Generäle. Willst verließ diese Anstel-lung und erhielt einen Oberbefehl im mittäglichen Frankreich-Er trieb in Marseille die Jacobiner zu Paaren, welche einenAufstand veranlaßt hatten, er schrieb von dort aus an die Di-rektoren der Republik, nicht die Royalistcn und Emigrirtcn sindes die Frankreich zu fürchten hat, nur die Freunde der Anar-chie, die Bösewichter und Mörder sind es, welche das Vater-land in Gefahr bringen. — Seine Freimüthigkeit brachte ihnschon damals um die Gunst Bonapartens, denn er hatte inMarseille einen Adjutanten schlechter Aufführung wegen ver-haften lassen. Zum Mitglied des Raths der Fünfhundert er-wählt, stellte er sich an die Spitze der Clichi der Gegner derJacobiner; als Hoche bald darauf zum Kriegsminister erwählt