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Frankreich als Militairstaat unter Ludwig XVIII zehn Jahre nach dem Pariser Frieden / von Leopold von Zedlitz
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348
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348 Dritte Abtheilung. Zweiter Abschnitt.

sendete ihn der König nach Portugal und Spanien, um dasAuswechselungsgcschäft der Gefangenen in jenen Landern zubesorgen; im Juli d. I. wurde er auch zum Ludwigsritter undGroßvfsicier der Ehrenlegion ernannt; 1815 finden wir ihnnicht unter denen, die sich unter die Fahnen Napoleons stellten.

Mathieu de la Retorte (Maurice),

Graf, Generallieutenant, Ludwigsritter, Großkreüz der Ehrenlegion,Commandeur des Schwertordens ic.

Schon in der Revolution zu den ersten militairischenGraden gelangt, befehligte er als Brigadcgeneral zu Romund Neapel. Mathieu zeichnete sich durch sein redliches undmenschenfreundliches Betragen und durch die strengste Manns-zucht so Vortheilhaft aus, daß sich nach dem Frieden der Kö-nig von Neapel und der Papst bewogen fanden, ihm als Be-weis ihrer Achtung, ihr Bildniß reich mit Edelsteinen besetzt,zuzusenden. 1790 befehligte er zu Bordeaux; 1805 eine Di-vision unter Augercau; 1806 und 1807 machte derselbe mitgroßem Ruhm die Feldzüge in Deutschland mit, 1808 wurdeMathieu in Spanien in dem Gefechte bei Ovido verwundet,und später zum Commandanten von Barcelona ernannt; 1812erfocht er bei Tarragona große Vortheile; obgleich mit Bles-suren bedeckt und einer der ältesten Generale Frankreichs, han-delte er überall mit bewundernswürdiger Thätigkeit; 1814ernannte ihn der König zum Generalinspccteur der Infanterieund gab ihm das Ludwigskreuz. 1815 diente er nicht unterNapoleon, erhielt am 24. August das Großkreuz der Ehren-legion, und wurde Commandant der 19tcn Militairdivisivn zuLyon und Pair von Frankreich. 1823 hat ihn der General-lieutenant Gaultre de la Motte in dem Cvmmando der 19 tenMilitairdivisivn abgelöst.