352 Dritte Abtheilung. Zweiter Abschnitt.
sendete 1814 am 11. April dem König seine Unterwerfungein, wofür ihn derselbe am 29. Juli zum Ludwigsritter undGroßkreuz der Ehrenlegion ernannte; 1815 dem Herzog vonAngouleine beigegeben, unterstützte er anfangs redlich die Sa-che der Bourbons, dann wurde aber sein Betragen schwan-kend und endlich ging er zur Partei Napoleons über, derihn zum Chef des loten Armeecorps ernannte, welches nuraus zwei Linien-und einem Chasseurregiment bestand, und seinHauptquartier in Perpignan hatte. Er unterwarf sich nachder Einschiffung Napoleons von neuem dem König. Ist derOrdonnanz vom 24. Juli begriffen, war er genöthigt Frank-reich zu verlassen, 1819 erhielt er aus Verwendung desHerzogs von Angoulöme die Erlaubniß zurückzukehren, undwurde von neuem unter die Generäle im activen Dienst ge-zählt.
Kellermann,
Herzog von Valmi, Generallieutenant, Ludwigsritter, Großkreuzder Ehrenlegion, Commandeur der eisernen Krone rc.
Ein Sohn des verstorbenen Marschalls dieses Namens.Zuerst diente er als Adjutant seines Vaters, dann als Gene-raladjutant bei der italienischen Armee, wo er viele Tapferkeitbewies, besonders bei dem Uebcrschreiten des Tagliamento,er führte damals die Cavallerie bei mehreren glänzenden Atta-ken. 1800 wurde er Brigadegeneral und trug durch einen stür-mischen Flankenangriff viel zum glücklichen Ausgang derSchlacht von Marengo bei, 1805 finden wir ihn bei Auster-litz verwundet, 1808 war er unter dem Herzog von Abran-tcs in Portugal und unterzeichnete die Capitulation von Lissabonmit. 1809 diente Kellermann mit großem Ruhm in Spanien.1813 befehligte er in den verschiedenen Schlachten das vierte Ca-valleriecorps, welches aus Polen und Würtembergern bestand,