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Frankreich als Militairstaat unter Ludwig XVIII zehn Jahre nach dem Pariser Frieden / von Leopold von Zedlitz
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430
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430 Dritte Abtheilung. Zweiter Abschnitt.

D e s s a i x,

Graf, Generallieukenant, Ludwigsrikter und Großoffici'er derEhrenlegion w.

Am 17. Sept. 1764 zu Thonon in Savoyen geboren,war er 1789 Doctor der Medicin zu Turin, kam 1792 nachParis, suchte Militairdicnste, fand sie und erhielt 1793 denBefehl der Allobrogischen Legion, welche er organisirt hatte. BeiToulon wurde er blessirt. Im Jahre 1798 war er Mitgliedder Fünfhundert und widersetzte sich am 18. Brumaire denAbsichten Napoleons; er verließ den gesetzgebenden Körperund kehrte zur Armee zurück, wurde bei der gallo-batavischenArmee angestellt, und befehligte zu Frankfurt am Main undBreda, wo er wegen seiner Rechtlichkeit sehr geschätzt wurde.1805 bis 1807 machte er die Fcldzüge in Deutschland als Bri-gadechcf mit ; 1809 den 9. Juli wurde er als Divisionsge-neral nach Italien gesendet und zeichnete sich an der Piavaund am Tagliamento aus. 1810 war er Obercommandantvon Amsterdam und wurde am 30. Januar Großofsicier derEhrenlegion; 1812 wurde er in Rußland schwer blessirt undmußte deshalb nach Frankreich zurückkehren. Im Jahre 1814finden wir ihn im Süden Frankreichs damit beschäftiget dieNationalgardcn des Montblanc und ein Freikorps zu organi-schen. Am 14. Februar hatte er ein Gefecht mir den Oestcr-rcichcrn unter dem General Zechmeister bei Chambery, am27. Februar mit dem Feldmarschallicutenant Grafen Klebers-bcrg bei Archamps und am 3. März stand er vor Genf undforderte den General Bubna zur Uebcrgabe dieser Stadt auf,zog sich aber zufolge der Ereignisse bei Lyon wieder zurückund vereinigte sich dort mit dem Hauptcorps. 1814 gab ihmder König das Ludwigskrcuz; 1815 befehligte er unter demMarschall Suchet eine Division in der sogenannten Alpcn-armce, ohne bei seinen Unternehmungen Erfolg zu haben.Er ist seit der Zeit nicht mehr im activen Dienst des Königs.