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wollte er die Ehre des tief gekränkten Geschlechtes retten und wahren und forschte zudiesem Behuf in Familienschriften und alten Chroniken sorgfältig nach. Das Gefundenetrug er gewissenhaft zusammen und suchte namentlich nachzuweisen, daß die Auswanderungaus Locarno aus reiner Liebe zum Evangelium und aus keinen andern selbstsüchtigenMotiven stattgefunden, sowie daß Aloys und seine Nachkommen der Stadt Zürich keinenSchaden sondern vielmehr Nutzen und Bortheil gebracht hätten.
Diese seine Schrift führt den Titel: „Locarnische Verfolgung oder Beschreibung wiedas heilige Evangelium daselbst entstanden, darüber unter den Xll Orten löblicher Eids-genossenschast großer Spann und Zwietracht sich erhebt, selbiger endlich beigelegt, desselbenBekenner aber mächtig verfolget, aus ihrem Vaterlande vertrieben und in löblicher StadtZürich christmitleidentlich auf- und angenommen worden. Alles mit möglichstem Fleißin diese Ordnung zusammen geschrieben von D. O. v. G." Als er endlich schon ergraut,doch noch immer lebensfrisch, seinen innigsten Herzenswunsch erfüllt sah, schenkte er seinManuscript, zierlich eingebunden und mit dem Familienwappen geschmückt, der Stadtbib-liothek zum Andenken.
Nie hat ein Orelli unter ungünstigem Verhältnissen und in würdigerer Weise dieEhre der Familie gewahrt als Daniel, und gerne zollen wir ihm daher hier mit dankbaremHerzen das verdiente Lob und die gebührende Anerkennung.
Landshnuptmann Hans Ulrich von Orelli, geb. 1640 tz 1700.
Dieser ist der erste Orelli der in Folge der erlangten Regimentsfähigkeit der Familievon seiner Zunft in den Rath der Zweihundert gewählt wurde. Doch scheint er auch durchmilitärische Kenntnisse sich ausgezeichnet zu haben. Als im Jahre 1678 Rheinfelden vomDuo äa Oaqni belagert wurde, sandte ihn der eidgenössische Kriegsrath als Hauptmannzur Beschützung der Stadtbaselschen Grenzen nach Liestal . Im Jahre 1681 wurde erNeurichter, im Jahr 1684 Zwölfer auf seiner Zunft zum Kameel. Im Jahr 1692 warder zum Landshauptmann nach Wyl ernannt. In diesem Städtchen führte nämlich je zweiJahre lang ein von den Schirmorten des Stifts St. Gallen, Zürich, Luzern, Schwyz undGlaris erwählter Beamter, der den Titel Landshauptmann trug, das Regiment und mußtezugleich die Bogtei vor Feinden schützen. — Nachkommen hat Hans Ulrich keine hinter-lassen. Leider sehlt es uns an weitem Notizen über seine Schicksale.