7
Es war von grossem Einfluss auf die Entwickelung und Kräftigung des J^uiUchen Gmtes,
dass Copemicus schon gleich beim Beginn seiner wissenschaftlic cn u schwanken. Der
hineingeführt wurde, bei denen auch er Partei ergreifen musste, r on j a j ire _
Keim, der in ihn vom Schöpfer gelegt war, seine geistige Beanlagung, j e J S d
Alles musste ihn wohl in das Lager der kühn aufstrebenden Humanisten fuhren
Grund zu der Sicherheit des lateinischen Ausdrucks, die ihn auszeic ne , un • .
reineren Sprache Latium’s bekannt wurde, erschloss sich ihm auch ein leerer
mische Alterthum.
Die Kenntniss der Griechischen Sprache blieb ihm noch verschlossen. ’) Zwar hatte bereitdas Baseler Concil im Jahre 1439 der Krakauer Universität einen „civis ConstantinopolitanusDemetrius als Lehrer der Griechischen Sprache empfohlen; 2 ) allein während des ganzen J5. Jahr-hunderts ist zu Krakau das Griechische öffentlich nicht betrieben worden. Gegen Ende des Jahr-hunderts mögen vielleicht durch die aus Italien zurückkehrenden Studirenden und durch Celtesangeregt 3 ) die Jüngern Lehrer der Universität mit einiger Kenntniss des Griechischen ausgerüstetgewesen sein; allein es war wohl kaum eine Gelegenheit geboten, das Griechische unter sichererLeitung zu erlernen. Von den Universitäts - Lehrern wurden die Griechischen Schriftsteller erst unlß. Jahrhunderte in den Kreis ihrer Vorlesungen gezogen. 4 )
So entbehrte Copernicus während der Zeit seines Krakauer Universitäts -Lebens noch das Bil-
') Ganz unrichtig ist die Angabe Gasscndis, der den jungen Copernicus bereits au ^ de J„lochaufdenbMtenGriechische erlernen lasst - zu einer Zeit wo diese Sprache sogar in dem Westen Deutschlands nochSchulen unbekannt war! Es LTs d£ ^«Idrücblicl. hervorgeboben werden, weil viele der spätem Schriftsteller
Lassendes Autorität übereilt gefolgt sind.
. 2 ) Das Original -Dekret des Baseler ökumenischen Concils befindet sich im Archiv der Krakauer Ln.versitat;
ist bereits von Wisznewski hist. lit. Polsk. III., Vorrede S. III. und IV. veröffentlicht worden.
3 > Celtes hat allerdings keine tieferen Kenntnisse in der Griechischen Sprache besessen; allein beigeistigen Regsamkeit und dem Eifer für dm humanistischen Wissenschaften hat er :auch für diesegewirkt, was in seinen Kräften gestanden. Nach dem Zeugnisse von Rudolf Agnco a ist Celtes " e f erwesen , welche den Unterricht in der Griechischen Sprache im südlichen Deutwhland forderten und bm dm toplicukeit, welche seine Krakauer Freunde für das Griechische nachmals bethiUigten, düifen wi ’
die Anregung dazu vorzugsweise von Celtes ausgegangen ist. , . ., • e : uer
Einer der bedeutendsten Schüler von Celtes , Sommerfeld, bat im Jahre 1=04 die Briefe 'l^ Db mu mcmrlateinischen Übersetzung herausgegeben. (Der Titel lautet: Libanii greci declamatons disertissimi bcati -
sostomi preceptoris cpistole cum adiectis Sommerfell argumentis et emendatioue et castigatione clanssitms.) ^
Uehersetzung rührt nicht von Sommerfeld selbst her, ist vielmehr in Bologna angefertigt, und dasBuchdrucker zugekommene Manuskript war nur durch Sommerfeld zum Drucke befördert.
*) Der erste, der die Griechische Sprache auf der Krakauer Universität lehrte war Georg v. Liegn.^ ™ ^humanistischen Beinamen Libanus. Er hatte nach seiner eigenen Angabe um das Jahr 1519 seine üfesungen begonnen, geschützt von dem eifrigen Beförderer der Wissenschaften in Polen , dem damaligen ,, n
"ml Bischof von Krakau , l’ct. Tomicki. Die Vorurtheüe, die er bei seinen Gncclusclven %ortragen . .
äattc, waren, wie überall, auch in Krakau dadurch gesteigert, dass man in der Betreibung dicsei 1 . nf ,_
quelle iur die kirchliche Häresien erblickte. „Scio ego plerosque, sagt Libanus — qui baue inguam ciutis gtu .
cessnriam esse negnnt, qui in compotationibus et lautis conviviis, cum accrcscit zelus domus ( ei, om san ; gunt
tmsos aut baereticos aut lutheranos appellant aut scbismaticos, et tanturn protiemnt, ut a i om ’ et ’
msani habeantur.“ Libanus berichtet dann weiterhin, wie er von einem einflussreichen Gelehrten ^ _
< eit sei „propter unum ct alterum libellum, quos tum huins negotii studiosis graece prae egciam, tnm-
wilegum me impetivit.“ Mit feiner Ironie schliesst Libanus: „Onmia videbantur illi, quae in gj ' ■ ‘ ‘
rentur, alfeum« «o"« - • ptteris duntaxat graccis, quas nnice oderat, exeeptis, oder» mq • ’
impetivit.
alicuius esse moincnti,quod eas Apostoli tunto honon
e dignati sunt, ut non alia lingua scripscrint.