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narrt R. einige Jahre unter meinen Befehlen im topographischen Bureaugearbeitet, und ich war mit seinen Leistungen vollkommen zufrieden."
Der König: „Nun, General, was ist denn für diesenjungen Mann zu thun, Sie müssen es wissen, sagen Siemir es."
Als mir mein trefflicher Oberst von Stockhausen bis hierher denKöniglichen Dialog, mit seinem Chef des Gencralstabes, erzählt hatte,schaltete er nunmehr den Ausspruch seines eigenen Gefühls der Thcil-nähme für mich, mit folgenden Worten ein:
„ Lieber R., das war der entscheidendste Augenblick Ihres militcn-rischen Lebens; auf der Zunge des Generals lag Ihr Geschick,denn ich sah es im Gesichte unseres gnädigen Königs, wie desstuWohlwollen für Sie rege geworden und nur den Ausspruch desGefragten erwartete, um augenblicklich zu Ihren Gunsten zu ver-füg«'.
Nach einigem Zögern antwortete der General: „Ew. Majestät! ichweiß, daß der Lieutenant R. die Pflichten eines guten Sohnes geg«seine unbemittelten Verwandten zu erfüllen hat, und so dürfte also —"
„Also Geld", fiel der König in's Wort, befahl 20 Friedrichsd'«mir zu übersenden, und hat nie mehr ein Wort über den Plan vonhenfricdberg auszusprechcn geruht." —
So weit also von Stockhausen. Ich verließ ungesäumt Berlin, ab«mit einem bitter aufgeregten Gefühle, denn die Worte, welche meiner An-gelegenheit eine so ungünstige Wendung gaben, waren, glimpflich gcspr^chcn, indiscret und das Zartgefühl verletzend; niemals hatte ich bi^meine Pflicht als Folie meinen Bewerbungen untergelegt. Und dieUeberzeugung geleitete mich nach Brcslau zurück, daß mein Horoskop alsFricdenssoldat wahrlich nicht unter der besten Constcllation der Gestikfestgestellt worden war. Es bedurfte demnach nur noch der leisesteäußern Anregung, um meinen Vorsatz, Brcslau und mein dortigeslitairvcrhältniß für immer aufzugeben, auch auszuführen. Und wir wer-den im Nachstehenden gleich ablesen, daß diese Anregung gar nicht langeauf sich warten ließ.
Ich trete mit einigem Zögern in den Eingang der Erzählung eines