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2 (1847) Fünfzehn Friedensjahre. Aufenthalt in Russland, Rückkehr 1830. Feldmarschall Graf Gneisenau und General der Infanterie von Grolman. Die Citadelle von Antwerpen vom October 1830 bis Ende 1832. Aufenthalt in Holland / von Wilhelm von Rahden
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dcrn. Es führen dieselben immer einen absprechenden und wo möglichverletzenden Ton gegen Alles, was ihrem Princip (wenn wir Beschränkt-heit und Anmaßung bei gänzlich mangelnder Fundamentalbildung einesnoblen Charakters so nennen wollen) nicht zu huldigen Willens ist. ^Nadlest cls I'nms et clu ooeur ist solchen sogenannten Principien-Wägern fremd, denn ohne alles Vorurthcil füge ich hier noch bei: wasin dieser Beziehung nicht angeboren ist, kann nie angelernt werden.

Da auch von Seiten des Kaisers die von mir erbetene Garantiemeiner preußischen Pension nicht zugestanden wurde, so nahm ich nichtferner Anstand, dem General von Adlersbcrg zu erklären, daß ich we-gen körperlichen Unwohlseins gezwungen wäre, für jetzt die höchst ehren-volle Anstellung im Gencralstabe nicht annehmen zu können; sondern erstversuchen müsse, durch Veränderung des auf mich ungünstig einwirketden Klima's meine alterirte Gesundheit durch eine Reise in meine Hei-math Kurland zu retabliren. General von Adlersbcrg versicherte n>wdagegen auf die liebenswürdigste und loyalste Weise, wie herzlich ^ihm leid thue, daß ich abgehalten würde, die mir gewordene höchst ehrewvolle Stellung sogleich anzutreten; daß jedoch nach bestehenden Grundsätzehierüber die Stelle ein ganzes Jahr unbesetzt bliebe, und so hoffe er, daßich bis dahin meine Gesundheit wieder gewonnen haben würde.

Der Generallieutcnant Eduard von Adlersbcrg war damals undjetzt noch Generaladjutant und erster Vortragender über die militairisch^Angelegenheiten bei der russischen Armee; bekleidet demnach dcnselö^wichtigen und hoch verantwortlichen Posten, welchen General Witzletin der Zeit dieser Erzählung in Berlin verwaltete.

Wir haben aber schon auf vorstehenden Blättern und werden es in dt"nächsten folgenden noch mehr zu sehen Gelegenheit haben, welch ein Unt^schied in der Denk- und Handlungsweise dieser beiden Männer sich darthak-

Diese Bemerkung begründet sich, ich wiederhole es, auf meinemachten Erfahrungen.

Ein lieber Freund", dem ich die bereits abgedruckten ersten Zsh"Bogen dieses meines zweiten Theiles übersendete und ersuchte, nuroffenes Urtheil über deren Inhalt auszusprechen, schrieb mir: