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gend und inständig gebeten, in der nordischen Residenz zu verbleiben unddie glänzende Anstellung ohne Zögern anzunehmen.
Sie kannten Alle nicht den wahren Grund meiner Abreise.
In Dorpat, wo ein naher Verwandter von mir studirte, verweilteich einige Wochen; ich besuchte fast täglich die dortige Sternwarte, aufder ich ebenfalls in dem, von seiner Reise um die Welt heimgckchrteu,Dr. P. einen Bekannten aus Berlin antraf. Es gewährte mir vielZerstreuung, die großartige innere Einrichtung dieses Observatoriumsund die vorzüglichen schönen Instrumente, namentlich den Riescntelcskop-von Fraunhofcr in München gebaut, anzustaunen.
Dr. P. lächelte wohl einige Male, wenn ich mit Emphase das U"g^hcure und Großartige dieses Teleskopen anpries und dabei etwas vermesst"aussprach: jetzt würden wir bald die Grenzen des Wcltenalls kennen ler-nen. Da gab mir derselbe einen ungefähren Maaßstab von dessen W>^tigkeit für astronomische Beobachtungen in folgender originellen Weist'„Nehmen Sie an, lieber Freund, daß der Sirius, einer der größten U"sbekannten Firsternc, vielleicht das Volumen von taufend Sonnen ""Glanz und Gluth in sich fassend; nehmen wir an, sage ich, daßRiescnsonne, vermöge ihrer specifischen Schwere (Gewicht) nach ei"?"'ebenfalls angenommenen Mittelpunkte des Weltalls zufalle, und daß ^nun seit dreihundert Jahren (so lange mag ungefähr die Erfindung v?"Fernröhrcn sich datircn) mit diesem von Ihnen als so anstaunungsN"^dig gepriesenen Ricsentcleskop, welcher hier eben mit dem 30 Fuß l""^gen, im Umfange und Durchmesser ungefähr einer hundcrtpfündigcnnoncnröhre ähnlichen Körper vor uns liegt, diesen Fall des Sirius >"seiner Blitzesschnelle beobachtet hätte, so würde heute ein Pfcrdehaar, 0bis 4 Zoll vor das Auge gehalten, dennoch den Raum decken, welcheder Sirius seit 300 Jahren gefallen, und ich mit dem Fraunhofcrbeobachtet habe. Und doch besitzt Dorpat allein nur ein solches Fernrohr-Es ist das größte in der jetzt bekannten Welt."
Auf diese Weise belehrte mich Dr. P. Er gab mir so den kleinst?"Theil des Nonius, um die Unendlichkeit der Schöpfung Gottes zumessen, und zugleich auch die Unzulänglichkeit aller mcnschlichcn W?^?und Erfindungen in Beziehung zur göttlichen Allmacht.