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2 (1847) Fünfzehn Friedensjahre. Aufenthalt in Russland, Rückkehr 1830. Feldmarschall Graf Gneisenau und General der Infanterie von Grolman. Die Citadelle von Antwerpen vom October 1830 bis Ende 1832. Aufenthalt in Holland / von Wilhelm von Rahden
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der junge Fregatten-Capitam Boutenief, dessen eben genannte Chargejedoch mit der eines Obersten von der Landarmee correspondirte, dazuausnahmsweise gewählt worden, obgleich der Capitam Lescof den wirk-lichen Befehl führte.

Boutenief stammte aus einer der ersten Familien Rußlands, war,glaube ich, kaum 30 Jahre alt, hatte sich aber seine Stellung nebst vie-len Dekorationen durch ein ausgezeichnet tapferes Betragen in der See-schlacht bei Navarin erworben. Er focht in derselben als Midschipmanauf dem Admiralschiffe, der Azow genannt, und verlor mitten im Ge-wühl der Schlacht durch eine Kanonenkugel den rechten Arm. Als er am-dutirt und verbunden worden, entsprang er, vermuthlich im Parorysmusoder besser noch, im Delirium des Schmerzes, seinem Aufseher, eilte aber-mals zu seinen Kanonen und übernahm daselbst einen Theil der Be-d'enung; sehr bald waren jedoch die letzten Kräfte des aufgeregten Jüng-Hags geschwunden, und so wurde er auf Befehl des Admirals Heydcnlu's Hospital zurückgebracht. Dieser kühnen That verdankte Bouteniefschnelles Avancement. Als wir am zweiten Tage der großen Feier-lichkeit von Peterhof, wie ich es vorhin erzählte, im Hafen zu Kronschlott^weilten, konnte man es sehr leicht bemerken, wie dieser junge Fregat-liM-Capitain dem Kaiser vorgestellt und durch den alten Admiral, Fürstbesonders empfohlen wurde. Der Selbstherrscher umarmte hieraufbraven Officier, präscntirte ihn der Kaiserin und seinen hohen-slcn, und bei dieser Gelegenheit war es, daß Boutenief die Ehre hatte,Begleitung des Prinzen Carl auserwählt zu werden.

Auf diese Art also ist Oberst Boutenief interimistischer oder Ehren-lwsehlshaber der Jschora geworden, obgleich er selbst, wie alle SeeleuteV.rotzlltznvö und pur Prozession, stch als unversöhnlichster Gegner^ Dampfschiffahrt oft und laut genug herausprics.

Die Besatzung der Jschora bestand aus ungefähr 50 bis 60 Ma-ssen und 20 bis 30 Mann Garde-Marinesoldaten, welche mit ihrer^usik die Ehrenescorte unsers Königlichen Prinzen bildeten. Ein jun-Garde-Marineofficier, Sohn des Admiral Heyden, zeichnete sich vorH'uen übrigen Kameraden durch gcbüdete und gewandte Geistesvorzügc^ persönliche Annehmlichkeit besonders aus.

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