320
Feindseligkeiten diese Stellung auf und ward wiederum Chef des Ge-neralstabes der schlesischen Armee. Was er in diesem hohen Wirkungs-kreise durch die drei Kriegsjahre 1813, 14, 15 Unsterbliches geleistethat, ist zwar durch die Geschichtsannalen jener großen Jahre genügendbekannt geworden; ab'er uns fehlt immer noch, wie aus einem Guß, dieGeschichte von dem gesummten Heldenlebcn und Wirken unsers Feldmaßschalls in jener großen unvergeßlichen Zeit. —
Ich wage kein Wort mehr hierüber in diesen Blättern auszusu-chen; es dürste ein solches individuelles Urtheil cinestheils als anma-ßend oder unpassend bei der Aufgabe: „Gncisenau's Denk- und Hand-lungsweise in den Jahren 1813, 14 und 15 geschichtlich darzustellendgelten, andcrnthcils nur den geringen Werth von Nacherzählen s^nbekannter Thatsachen mit sich führen.
Wir wiederholen dagegen noch einmal laut die Aufforderung anMänner, welche vermöge ihrer Stellung aus ächt historischen Quellsschöpfen können:
„uns das so lang und mit Unrecht Zurückgehaltene
ungesäumt zu geben."
Beim ersten Friedensschluß von Paris ward Gncisenau zum Ge>^rallieutcnant und zum Grafen ernannt. Im Jahre 1815 ward erncral der Infanterie. Auch erhielt er für seine brillante Verfolgung ^Feindes nach der Schlacht bei Belle-Alliance denselben schwarzenordcn, welchen der Kaiser Napoleon früher getragen hatte, und denselbe bei seiner übereilten Flucht in der Nacht vom 18ten zum löten 3"^in dem von den Preußen während der Verfolgung in Gcmappe gcu^menen Kaiserlichen Reisewagcn unserm siegreichen Gncisenau als ^phäe überlassen mußte. Napoleon selbst fand, wie bekannt, nur so "Zeit, um seine eigene Person vor Gefangenschaft zu retten,zu der entgegengesetzten Thüre des Wagens hcraussprang, zu Fußtete und alles Andere im Stiche ließ. Darunter auch der Degen u>die Flöte Friedrichs des Großen, welche beide, uns Preußen unschäßReliquien, der Kaiser, wie man erzählt, auf seinen Reisen stets mitgeführt hat.