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2 (1847) Fünfzehn Friedensjahre. Aufenthalt in Russland, Rückkehr 1830. Feldmarschall Graf Gneisenau und General der Infanterie von Grolman. Die Citadelle von Antwerpen vom October 1830 bis Ende 1832. Aufenthalt in Holland / von Wilhelm von Rahden
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Verpflichtung mitgetheilt, mich der allgemeinen Beschäftigung im BureauZuschließen. Später hat mich jedoch der Fcldmarschall mit seinen schr-illen Aufträgen beehrt.

Der Schnee schmolz, Fluren und Bäume wurden grün, blühten und^ugen Früchte; Polen und Nüssen kämpften seit Monaten sehr hartnäckig,die Voraussagung unsers trefflichen Feldherrn blieb immer unerfüllt.Die Armee wurde nämlich nicht mobil, d. h. wir blieben kriegsun-^U'g, lebten aber hier in Posen in der gemächlichsten und gemüthlich-^ Weise an dem kleinen Hofe, welcher sich bereits um unsern Feld-i'Hall gebildet hatte; denn der verstand es, wie Keiner, in der lie-^»swürdigsten Art und Manier Alles um sich herum mit Frohsinn undklüger Freude zu beleben. Und immer blieb er dabei der vornehmste^a»n, hm ich jemals in meinem Leben gesehen habe, in seiner Dcnk-^ Handlungsweise, in Wort, Miene und Bewegung golden und edel,einem gcborncn Fürsten. (Ich meine nämlich hier nur die Für-denen Scclengröße, Hoheit, Würde und Grazie angeboren, d. h. wiezu sagen pflegt, zur zweiten Natur geworden ist.)

Außer unsern täglichen sehr gewählten Diners wiederholten sich nochWöchentlich größere, von 20 bis 30 Couverts, bei welchen, wie na-l'ch, der herrliche Feldmarschall, als Hauptgegcnstand unserer LiebeVerehrung, angestaunt und seine Rede, welche stets wie gediegenes^ali von ftimir Lippen floß, bewundert wurde. Und wenn nun am^de spät unser Feldherr mit seinen Officieren die Gesellschaft im^ ^s damals im Großherzogthum commandirenden Corps-Gene-^ wo, wie natürlich, eine Auswahl der Frauen und Män-

Pvsens versammelt waren, conccntrirte sich sehr bald Aug' und Gc-Aller auf die Person des Feldherrn, und dessen immer höchst gcist-Erzählungen und geniale Bemerkungen gaben Stoff und Thema^^llcher Unterhaltung. Trotz seiner späteren Jahre war unser Feld-^ uvch junior ein bildschöner Mann zu nennen; jede Bewegung dess/^rs voll Grazie und Eleganz. Und wenn erst gar unser Fcldmar-li/> ^inem stattlichen Engländer zur Revüe oder irgend einer Bc-^ Nng Truppen durch die Straßen der Stadt ritt, oder vor der^ der aufgestellten Regimenter hinabsprengte und mit höchster Lcut-