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^»selben nicht passirt, denn cr befindet sich mit seinen braven Truppenwohlbehalten im österreichischen Gebiet. Styr heißt der Grenzfluß."
Somit endete die Vorlesung; der Feldmarschall gab das Zeichen^ Aufstehen, und der gewiß höchst peinliche Moment sür den armenAdjutanten steigerte sich noch, als sein vis s vis, ein junger Gencral-stabsofßHer, vermuthlich in der Aufregung der Tafelfrcudcn oder im iibcr-^igerten Gefühl seiner eignen Würde mehr als halblaut sich eine Aeu-h^uiig erlaubte, welche ungefähr wie „und mit einem solchen peo..di^e ich bei einem Gencralcommando" klang.
Dir hatten dies Alle gehört; auch der Feldmarschall selbst vernahm
Ausruf, denn auf seinem herrlichen Gesichte blitzte augenblicklicherUnwille und Mißbilligung. Bald wurden wir sämmtlich entlassen.
Dieses war einer von den im Vorstehenden bei irgend einer Gele-^"heit angezogenen Fällen, wobei ich bemerkte, daß nur zwei Mal es^»iand gewagt hätte, in Gegenwart unsers verehrten Feldherrn ein"M'ichrllches und vorlautes Wort zu sprechen.
Den andern Fall habe ich im Laufe meiner heutigen Erzählung ver-
sessen.
Dir lebten bereits gegen Mitte Juli, als der Feldmarschall michspäten Nachmittags zu sich auf sein Zimmer rufen ließ. Es warEhrend des Tages glühend heiß gewesen; auch fand ich den geliebtenrmdhcrrn im bequemsten Neglige, ein weißes Nnterjäckchen bereits an-^ogen, als ob derselbe sich zur Ruhe begeben wolle.
2ch zog die halbgeöffnete Thür wieder an mich, und wollte es nicht^Sen, einzutreten; aber mein gnädigster Protector rief mich mit einem° sanften und wohlthuenden Tone beim Namen, als ich es noch nieund versicherte mir mit väterlicher Theilnahme, wie cr es herz-
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wünsche, sich mit mir in gemüthlicher Ruhe über einen Gegen-!u besprechen, welcher auf mein künftiges Geschick von cntschie-Einfluß sein würde.
. Dor Fcldmarschall sagte mir hierauf, was meine gütigen Leser be-
wissen, daß cr nämlich schon drei bis vier Mal an den Generalgeschrieben habe, um meine Wicderanstellung in der Ar-