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2 (1847) Fünfzehn Friedensjahre. Aufenthalt in Russland, Rückkehr 1830. Feldmarschall Graf Gneisenau und General der Infanterie von Grolman. Die Citadelle von Antwerpen vom October 1830 bis Ende 1832. Aufenthalt in Holland / von Wilhelm von Rahden
Entstehung
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370
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talles schönste Eigenthümlichkeit, in gediegener und schwerer Gewichtskeit auf die Umstehenden belehrend wirkten. So sind auch nach und nachdie Werke entstanden, welche über den Feldzug 1813 und 14 sehr vieleBegebenheiten erst in das rechte Licht gebracht haben, und in Bezug aufReflexion und Urtheil über die Begebenheiten wohl als die lehrreichstenkricgsgcschl'chtlichcn Werke zu betrachten sind. Der Herausgeber hat dabeidas unbestrittene Verdienst, wie eine emsige Biene gesammelt zu haben-

Am Vorabende des Geburtstages unsers Generals errichtete ich n>üeinigen Kameraden aus den Waffen unserer Compagnien während derDunkelheit im Parke eine Trophäe, vielleicht 100 Schritte gegenüberdem Balcon, auf welchen der verehrte General jeden Morgen früh ^Freie hinaustrat.

Die Morgcnsonne des 30sten Juli erleuchtete freundlich unsere "Wlitairisch geordneten Embleme, und als bei dem eben genanntenaustreten des Schutzherrn die im nahen Bosquct verborgene Musik n»l

der Melodie:Heil Dir im Siegerkranz", einige passende Strophen

auf

unsern würdigen Chef begleitete, sahen wir, wie der General dasentblößte und dann freundlich zu uns herabgrüßte.

In diesem erhebenden Momente traten zwei Männer in Civilk^"düng und mit dem Hut auf dem Kopfe dicht vor die aufgestellte 2^phäe, und ihr in polnischer Mundart geführtes sehr lautes Gest» .mischte sich störend in unsere ächt preußische Feierlichkeit. DieseMänner gehörten übrigens, wie es sehr wohl bekannt war, zuZwittergattung von Pole und Preuße, welche als erstere mit hoch^benden Worten ihre politischen Gesinnungen öffentlich zur Schau U"gen, als letztere aber sehr gern den Schutz und die materiellenin Anspruch nahmen, die ihnen unter den Fittigen des preußische»lers recht behaglich und sicher erschienen.

Die hier bei der Feierlichkeit vereinigten Officiere fanden

das an-ci-

stößige Betragen der polnischen Preußen, so wollen wir sie nenne»,ner Zurechtweisung werth; und so unternahm ich es, zufälliger M'stder Aelteste, besonders dem Größten und Lautesten dieser uns cnnuyan-tcn Pcrsonagen recht ordentlich meine Meinung zu sagen.

Einige Tage darauf empfing mich der General in seinem ArbO^