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mäßig geregelt. Die mangelhaften Schießstände *) sind vom Geniccorpsausgeführt worden; aber der Schartenbau war solide und die Anwen-dung der Schanzkörbe zur Bekleidung der Schartenbacken, so wie derErdsäcke als Ausfüllungsmaterial, hat sich auch hier bewährt. Die Si-cherung der Gcschützaufstellungcn, mit Ausnahme der Anlage bedeckterStände, insbesondere gegen das Rikoschettfeuer durch Erbauung vonTraversen, war zweckmäßig bewirkt, die Bettungen gut gelegt wor-den, denn sie haben dies durch die völlige Erhaltung derselben währenddes ganzen Laufs der Belagerung hinlänglich bewiesen. SämmtlichesGeschützmatcrial nebst Zubehör war in einer vorzüglichen Verfassung-auch die Unterbringung der Munition hinlänglich gesichert; Zufälligkei-ten können dagegen in keine Berücksichtigung gezogen werden. Die täg-liche Versorgung mit Munition war gut organisirt, und es fehlte un-ter dem heftigsten Feuer nie an selbiger. Eben so zweckmäßig erscheintdie erste Aufstellung der Geschütze und die Wahl der Kaliber auf denverschiedenen Punkten. Mit den Schwierigkeiten steigerte sich aber auchhierin die Thätigkeit der Artillerie zur wahrhaft wunderbaren, und dieAnordnungen über Aufstellung der 2tcn und 3tcn Periode der Belage-rung waren meisterhaft zu nennen. Auf den wichtigsten Punkten wur-den Scharten geöffnet, und Rescrvegeschütze herbeigeführt, ihre WirksaiU-keit zu einem Grade erhoben, den die Feinde am besten kennen lerne»,fürchten, aber auch bewundern konnten. Geschütze kamen, schössen, ver-schwanden und traten an entgegengesetzten Punkten wirksam wieder auf,als ob ein wohl organisirter Train, auf geebnetem und nirgends be-schränktem Raum und unter Entfernung jeder Gefahr, wie es nur beieinem Manoeuvre Statt findet, Paradeübungcn ausgeführt hätte. Daswar wirklich wunderbar und zum Erstaunen.
*) Die Blindirungen für die Geschützstände waren so construirt, daß man die ein-zelnen Pfeiler, wenn sie zerschossen wurden, durch eine ganz einfache Verrichtungherausnehmen und andere hineinschiebcn konnte. Sie waren natürlich nicht e»>-gegraben, sondern standen auf Bohlen eingerahmt, so daß bei Wegnahme desäußern Randes o der Pfeiler leicht herausgehoben werden konnte. Die Anlagewar also gut, das Material aber dazu sehr schlecht. —
Dem Bau konnte allenfalls noch vorgeworfen werden, daß sie über die Brust^wehr hervorragten, wegen mangelnder Traversen leicht dem Rikoschettschuß n»gesetzt waren, und so oft mehr hinderten als halfen.