Buch 
2 (1847) Fünfzehn Friedensjahre. Aufenthalt in Russland, Rückkehr 1830. Feldmarschall Graf Gneisenau und General der Infanterie von Grolman. Die Citadelle von Antwerpen vom October 1830 bis Ende 1832. Aufenthalt in Holland / von Wilhelm von Rahden
Entstehung
Seite
560
JPEG-Download
 

560

nitscharenmusik direct in's Paradies einmarschirt wäre, alle schönen En-gel mir Beifall klatschten, und der alte greise Held, unser unvergleich-licher Vater Blücher:Gratulire Kriegsgeselle!" mir zugerufen hätte.

War mir solche Freude wohl zu verargen?

Am nächsten Mittwoch stand ich in glänzender Uniform, blau undweiß, mit großen goldenen Stabsofficier-Epaulettes, orangen Schärpeund rayonnirend vom Glück, im Vorzimmer des Königlichen Cabinets.Als der Kammerhcrr meldete:

Capitain v. R."

trat ich schnell einige Schritte vorwärts, und blieb dann in ehrerbietigstbewegter Haltung in einiger Entfernung vom Könige stehen. Es warmir unmöglich dem großen Manne der wenn er Andere beglückte undsich selbst darüber herzlich freute, sublime genannt werden mußte,näher zu treten.

Der Monarch hob die hohle Hand an's Auge, betrachtete mich vonoben bis unten, und rief mit komischer, aber ächt Königlicher Weise:

Hu! das glänzt; nur näher, man kennt Sie ja kaum."

Die tiefste Rührung erstickte beinahe meine Worte:

Das danke ich Ew. Majestät Gnade!"aber meine ganze Seelenempfindung malte sich in dieser kurzen Entgegnung.

Nach einer Pause von wenigen Secunden, in der die unbeschreiblichedlen Gesichtszüge des Königlichen Herrn mir wie im Purpurfeuer glänz-ten, sagte derselbe:

Nun geht's doch besser Capitain, nicht wahr?Bleiben Sie jetzt ruhig hier im Haag, beschäftigenSie sich nach Ihrem eigenen Willen; ich weiß, Siethun es gern und gut. Es hat mich gefreut, Siewohl und zufrieden gesehen zu haben."

Und so ward ich entlassen.

Was der König mir befohlen, habe ich redlich erfüllt; ich arbeitetefleißig. Militairisch-topographische Darstellungen der letzten Kriegser-eignisse wählte ich, da ich solche Arbeiten am besten auszuführen verstand.