Buch 
3 (1851) Aus Spaniens Bürgerkrieg. 1833-1840 / von Wilhelm von Rahden
Entstehung
Seite
246
JPEG-Download
 

246

persönlichen Tapferkeit und ritterlichen Gesinnung entschiedener Lieb-ling der Armee. Zur Zeit, von der wir hier sprechen, sungirte erals erster General-Adjutant des jungen Jnfanten. Nächst ihm derberühmte miguelistische General, Graf Madeira und der deutsche FürstLichnowsky.

Der alte Moreno, durchaus nicht beliebt, aber ein rcicherfahrenerund gelehrter General aus der altspanisch-österreichischen Schule, leitete,wenn man es so nennen will, als Generalstabs - Chef die Gefechte.Ein tüchtiger Generalstab vereinfachte ihm diese schwere Aufgabe, aberer selbst galt beim persönlich thätigen Eingreifen auf dem Kampfplätzegleich Null.

Hier bei Huesca nun erkannte Villarreal augenblicklich, daß aufdem diesseitigen rechten Flügel der Sieg dem Feinde allein wiederentwunden werden konnte. Dahin sprengte er und der junge Fürstmit ihm. An der Spitze von drei Reserve-Eskadronen kamen Beide imhöchsten Moment der Gefahr zur Stelle und die christinischen Eisen-reiter konnten, wie wir im Laufe des Gefechts erzählten, dem enthu-siastisch wüthenden Anrennen derselben nicht widerstehen. Sie wichen;aber die feindliche Infanterie sormirte Quarrees. Aus VillarrealsBefehl stürmte gegen solche unser junger Fürst mit seinen Eskadronen.Da gab es ein fürchterliches Gemetzel, Hunderte sanken; auch der bravePreuße, Otto von Rappard. Er stürzte sich an der Spitze seiner Schaarmit wildem, keckem Uebermuthe »litten ins feindliche Quarree und warderschossen. Schönster Soldatentod eines preußischen Garde-Kavallerie-Offiziers!

Villarreal hatte die nachfolgenden Bataillone gesammelt, unddrückte mit ihnen immer mächtiger auf des Feindes einzige Rückzugs-linie; er hatte dazu den nächsten und sichersten Weg gewählt, und soward der glorreiche Sieg errungen. Daß unser junge Fürst dem AuftrageVillarreals hierbei glänzend entsprochen, davon zeugte das Bruderwort,das er dem Fürsten vorhin laut zurief:

-Principe tu es uu valiente!"