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Lehrbuch der Kriegsbaukunst : zum Behuf der Vorlesungen in Kriegs- und Ingenieur-Schulen / von J.G. v. Hoyer
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mit Aufziehbrücken, und andere Annäherungshindernisseversperret werden kann. Eine Hauptbcdingunq ist hier:die Bestreichung der möglichen Zugänge durch das Fe-^»»gsgefchütz, oder wenigstens mit Doppelhaken undWallbüchsen, wenn die Höhe des Felsen keinen nahenTciikschuß erlaubet. Aussenwerke, unterhalb des Fel-ssn, sind hier unnütz; sie erfordern eine stärkere Be-satzung ohne die eigene Festigkeit des Ortes zu erhö-hen. Es darf dagegen in der Festung selbst nicht anbombenfesten Räumen fehlen, um das Geschütz, dieBesatzung und alle Vorrathc gegen ein Bombardementdie einzige mögliche Angriffswelle zu sichern.Gutes .Trinkwasscr darf hier ebenfalls nicht fehlen.Rvhrenlcitungcn erfüllen den Zweck nicht, weil sie vondem Belagerer abgeschnitten werden können. GewölbteCisternen, oder Brunnen, die von den Bomben nichtbeschädiget werden sönnen, sind durchaus nothwendig.

Als Muster eines solchen FelsenschloW läßt sich vorzüglich Kö-nigstein in Sachse» aufstellen, r8c>» Fuß über den Horizontder Elbe. »nd 6on Fuß über ben Erdbcrg erhaben und mitollem ausgerüstet, rvaS die mehrjährige Vertheidigung durcheinige hundert Mann sichern kann. Silberberg und Kofel inSchlesien, Hohe» Asperg, Bitsch, ExilleS, die Klausen inTyrcl sind hier ebenfalls als Beispiele zu erwähnen-

226. Nicht alle militairische Punkte könnenaber permanent befestiget werden, weil es an Mitteln,und besonders an Zeit dazu fehlt. Bei dem Vordrin-^"in ein feindliches Land wird es nöthig, Magazine"»zulegen; Pässe an Flüssen oder in Gebirgen fcstzu-halten; überhaupt, sich eine Operationsbasis zu bilden.

fällt in die Augen, daß hier keine eigentlichen Fe-^»ngsanlagen statt finden. Der Ingenieur muß sichbegnügen, das auszuführen, wozu er eben die Mittel'» bcr Hand hat; muß sich bemühen, der provisori-Ichen,. blos auf das Bedürfniß des Augenblicks bercch-