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auf der untern Süsswassermollasse aufrultende durch schöne Zähne von Carcharodon polyggrus Agass. charak-terisirt. Die ganze Mächtigkeit der Meeresmollasse beträgt 50 bis 60 m . Ihre Schichten fallen im Allgemeinenetwas südlich, so dass der Muschelsandstein bei Freienstein in einer Höhe von 430 m zu Tage geht, während ersüdlich von dieser Stelle auf dem linken Ufer der Töss in einer Höhe von 415 m zu linden ist. In dem hartenGestein hat sich die Töss ein schmales tiefes Bett eingegraben, an dessen steilen Felsufern die ganze Schichten-folge vollkommen aufgeschlossen ist. Bei der neuen Giesserei in Freienstein endlich durchsetzt sie die Meeres-mollasse vollständig, in einer absoluten Höhe von 370 m , und nun erscheinen die gefärbten Mergel der unternSüsswassermollasse. Gerade an dieser Stelle in der obersten Schicht der untern Siisswassermollasse, hart an deruntern Grenze der Meeresmollasse, hat Herr Brunner-Aberli die Schraubensteine gefunden, welche unsere Biblio-thek aufbewahrt, und deren Herr Professor Heer in der Flora tertiaria III.; 214; 6 erwähnt.*
Die untere Siisswassermollasse lässt sich von hier weiter abwärts auch an den Ufern des Rheins verfolgen.Ueber der Meeresmollasse liegt dann die obere Siisswassermollasse, mergelige und thonige Schichten, wechselndmit Süsswasserkalken und weichem oder festerem Sandstein, bis zu einem Horizonte von ungefähr 530 m absoluterHöhe. Dieser Horizont, der die Hochebenen der umliegenden Hügel im Allgemeinen tangirt oder auch untersich lässt, ist wohl, vielleicht um etwa 300 m tiefer gelegt, als die Oberfläche unserer Gegend vor der Haupt-liebung der Alpen, als unsere tertiäre Tiefebene zu betrachten.
Während der Hebung der südöstlichen Kalkalpen erhob sich auch das umliegende Land zu seiner jetzigenHöhe, und es erhielten die Flüsse,, welche bis jetzt in unstätem Laufe die tertiäre Ebene versandet hatten, einhinlängliches Gefäll, um die Masse von Geröll herbeizuführen, das jetzt als Kalknagelfluh — von 530 m Höhean — den liöhern Theil des Irclicls, von Dättlikon bis zum Rhein, mit einer 60 bis 70 m hohen nahezu horizon-talen Schicht bedeckt. Diese Kalknagel fl ul i, deren Rollsteine wiewohl selten Kalkspatkrystalle und Retrefactender Kalkalpen, Ammoniten, Terebrateln etc. einschliessen, hatte eine weite Verbreitung; sie ist aber nach voll-endeter Hebung der Alpen durch Erosion zum grössten Theil wieder zerstört worden, und ihre Trümmer erfüllennun die Tlniler, welche sich die Flüsse in rascherem Laufe nach und nach in die tertiären Schichten eiiigegrabenhaben, weit, wo die weiche obere Siisswassermollasse geringen Widerstand leistete, schmal, wo das Bett in diefestere Meeresmollasse einzuschneiden war.
Sei es nun, dass die Meeresmollasse unterhalb Pfungcn und Dättlikon ausläuft oder nicht, so können wirdoch die Fortsetzung der obern Siisswassermollasse längs der Töss und Eulach in östlicher Richtung bis ober-halb Winterthur, abgesehen von der Gleichartigkeit des Gesteins und seiner horizontalen Schichtung, durchPetrefacten vollkommen nach weisen.
1) In der Flora tertiaria III. 214 ist speciell des Fundortes beim Riidi am Irchel, oberhalb Freienstein,erwähnt, w 7 o nachweislich über der Meeresmollasse Podogonium Knorrii, eine der charakteristischen Pflanzen fürdie obere Siisswassermollasse, ferner Cinnamomum polyrnorphum, in grosser Menge, Salix angusta und andereBlätter im Sandstein liegen. Der Fundort liegt zwischen den Horizontalen von 480 m und 490 m absoluter Höhe,und zwischen diesen Horizontalen finden sich die Blätter längs des Irchels bis Dättlikon überall in vereinzeltenharten Sandsteinknauern, während ich oberhalb und unterhalb derselben bis jetzt vergeblich darnach gesucht habe.
2 ) Eine Stunde östlich von Freienstein, am östlichen Ende des Irchels, im sogenannten Krähenfelsen obNeftcnbach, ist ein fernerer Fundort dieser Blätter, ebenfalls zwischen den Horizontalen von 480 und 490 m .Jeder schwerer verwitternde Sandsteinknauer, der aus dem Felsen hervorragt, enthält Cinnamomum polyrnorphum,seltener andere Pflanzen.
3) Eine halbe Stunde südöstlich vom Krähenfelsen liegt am rechten Ufer der Töss, der Spinnerei Hard gegen-über, ein Hügel, der als integrirender Bestandtheil des Höhenzuges auftritt, welcher von Elgg herunter zuerstdas rechte Ufer der Eulach, dann das rechte Ufer der Töss bis zum Rhein begleitet. Hier findet sich am Süd-abhang im sogenannten Haldenberg in einer harten Bank von Sandstein, welche ob den Weinreben (470 m ) zuTage steht, wiewohl sparsam Salix angusta A. Braun.
4) Eine halbe Stunde weiter östlich, in derselben Thalrichtung, in seiner nördlichen Hügelreihe, liegen dieoben besprochenen Brüche von Veltheim. Hier wurden im vordem Bruche anfangs der 40ger Jahre, w'ie mir
* Hiernach ist der Irrthum zu berichtigen, der sich an der citirten Stelle betreffend die Angabe des Fundortes einge-schlichen hat. Manche Stucke unserer Sammlung waren bis zur jüngsten Zeit nicht gehörig etiquettirt; diesem Umstande istwohl auch der Irrthum in Kaup, Beiträge zur nähern Kenntniss der urweltlichen Säugethiere 4tes Heft p. 5 und 7 zuzuschreiben tC'yiiochoerus Ziegleri Kaup und Sus abnormis Kaup sind nicht von Käpfnach, sondern von Elgg.
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