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Flüsse so weit aus den Ufern getreten sind, dass man stundenlang imWasser zu waten hat und die Schuhe in den versumpften undschlüpfrig gewordenen Wegen haften bleiben, stellt dieses etwa sechsTagemärsche erfordernde Küstengebiet immerhin eine Probe an dieBegeisterung der reisenden Forscher.
Jene drei Gründer der Station Bismarckburg waren aber Män-ner der echten Begeisterung, sie schauten auch wohl nicht viel aufden gemachten Weg zurück, lag doch vor ihnen ein so überreichesFeld der Thätigkeit. So weit der Blick schweifte und was der Ge-danke über jenen Bergketten hinaus ahnte und ersehnte — alles warja neu und unbekannt und harrte der Forschung. So hatte denn auchdie Forschungsstation Bismarckburg die mannigfaltigsten Aufgaben.Sie sollte als Stützpunkt für weitere Expeditionen in das Hinterland,besonders in nördlicher Richtung dienen, wo in dem weiten Niger-bogen mehr als sechs Breitengrade zu überwinden waren, um auf dieBarth’sche (1853) Route zu stossen. Die Niederlassung in Adelihatte ferner einen handelspolitischen Zweck, sie sollte nämlich jenegrossen Karawanen aus den Haussaländern, welche bisher ihren Wegüber Sälaga und weiter in das englische Gebiet genommen hatten,veranlassen über die Station in südlicher Richtung an die deutscheKüste zu ziehen. Neben den praktischen Fragen nach der Kultur-fähigkeit, den Produkten, den gesundheitlichen Verhältnissen des Hin-terlandes war der wissenschaftlichen Erforschung in anthropologisch-ethnographischer Beziehung Raum gewährt, die Meteorologie solltestudiert, die Geologie, Fauna und Flora festgcstellt werden.
ln redlicher Arbeit haben sich jene drei Männer an die Riesen-aufgabe gemacht •— bis der Tod den schaffensfreudigen Händen Ruhegebot. Nur Ludwig Wolf ruht auf dein eigentlichen Feld seinerThätigkeit (er starb am 2G. Juni 1889 in Ndali im Lande Barbar),während Bugs lag und Kling in heimischer Erde bestattet wurden,dahingerafft von den Folgen und Nachwehen des wiederholten Aufent-haltes im afrikanischen Lande. Bugslag fand seine Ruhestätte imAnfang Dezember 1891 in seiner Heimat Apenrade, Kling starbam 15. September 1892 in Berlin.
Die Lücken auszufüllen wurden andere. Männer berufen: am 15.Mai 1890 traf der Mechaniker Stöhr auf Bismarckburg ein, am20. Juni desselben Jahres übernahm ich die Leitung der Forschungs-station. Das Geschick hat uns beiden die Rückkehr in die Heimatgestattet, während es dem mir bestimmten Nachfolger Dr. Küsternicht einmal vergönnt war, das Ziel seiner Wünsche zu erreichen.Er starb, noch auf dem Wege zur Station begriffen, nach nur kurzerAnwesenheit auf afrikanischem Boden, am 24. April 1892 in Akröso am