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1 (1801) Leonard Meister's Helvetische Geschichte während der zwei leztern Jahrtausende oder von Cäsars bis zu Bonaparte's Epoche [1]
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Männer wurde er in der Abgeschiedenheit von der Weltzu Einsiedeln auf die Lage der Welt und auf den Gangder Zeiten aufmerksam gemacht. In dieser Abgeschieden-heit verstärkte sich sein Enthusiasmus für alles Wahreund Gute. Don Einsiedeln kam er als Pfarrer nachZürich. Hier that er im Jenner i;ip. die erste Pre-digt, im vier und dreißigsten Jahre. Den Geistlichenwarf er ungeistliche Lebensart, den Wekrlichcn Kricges-dnrst, Durst nach Fürstensold vor. Als Sittenrichterder Großen, machte er sich theils beym Volk angenehm,theils bey einzelnen würdigen Häuvtern in dem Senate.Wie sein Dortrag beschaffen gewesen, verräth zum Theileine Klggschrift, welche Conrad Hoffmann bey demChorhcrrcnstifte gegen ihn eingab:') «Man soll ihmzu verstehen geben, heißt es darinn, daß er von derKanzel zwar die Laster bestrafen möge, iedoch ohn»jemand durch besondere Zeichen und Umstände kenntlichzu machen, ohne Stichelei oder Spott- und Schimpf- worte > auch ist zu wünschen, daß er etwas langsamerund verständlicher rede; ferner daß er nicht so leicht von dem ernsthaften Tone in den höhnischen übergehe.Voraus soll er vor dem Volke andere Lehrer nicht

rupfen.

*) HottingerS handfchrifll. Thesaurus auf derJürcher-siben Stistsbiblioth. O. iq. S. Eine spätereKlagschrift findet man in Tour. Füßlinr BeiträgenDi), ni- Abschn. 2.

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