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1 (1822) Erster Band in welchem die Pulvertheorie und die Einrichtung der Artillerie abgehandelt werden / von Carl Friedrich Borkenstein
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109
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Ich möchte hier wohl wagen, die Jdeenreihe zu entwickeln, welche den Generalseld-zeugiuelster von Helvig auf diese Construction geführt haben könnte.

s) Die neuesten Versuche und Erfahrungen lehren, daß es Voruriheil sey, beimBrescheschießen stärkere Ladungen anzuwenden als H des Kugelgewichts; ja bei einer nochschwächer« Ladung, z. E. der von ^ des Kugelgewichts, kann der Zweck vollkommen erreichtwerden; denn wenn diese schwächere Ladung auch nicht dieselbe Gewalt giebt, als die H ku-gelfchwere, so erlaubt selbige dafür, die Geschütze und Lasteten leichter zu machen, und be-fördert dadurch die Geschwindigkeit der Bedienung der Kanonen, und beschleunigt also dasPracticabelwerden der Bresche. Wenn man den Kanonen eine geringere Ladung giebt, sowerden selbige nicht allein in Rücksicht auf eine dabei mögliche Verringerung der Metall«stärke, sondern auch in Rücksicht auf den verkleinerten Recül, leichter gemacht werden können.

k>) Die allerwärts gleich große Verdünnung der Metallstärke, wobei man den Ka-nonen von jetziger Construction gleichsam ein Kleid weniger giebt, ist aber nicht allein hin-länglich, eine bedeutende Erleichterung zu bewirken, eine solche Erleichterung nemlich, welchenicht allein in Rücksicht auf die Bedienung, sondern auch in Rücksicht auf den Transportdes Geschützes eine wesentliche Verbesserung genannt werden könnte: man muß die Kano,»en also nicht allein schwacher von Metall, sondern auch kürzer machen; man kann diesesder anfänglichen Geschwindigkeit und Schußweite »«geschadet thun, ober es ist bei einerschwachen Ladung sogar nothwendig, die Kanone zu verkürzen, indem sie sonst zu lang fürdie schwache Ladung seyn würde.

e) Es kann aber nicht wohl angehen, die Belagerungskanonen kürzer zu machen,ohne ihre Zapfen weiter rückwärts anzubringen, weil sie sonst nicht weit genug irr dieSchießscharte hineinreichen würden.

,l) Wenn man aber die Zapfen weiter rückwärts anbringen will, so muß man denKanonen eine solche Construction geben, wodurch der Schwerpunkt derselben weiter «achhinten zu gelegt wird, und dieser Zweck wird durch die Verdünnung der vor-der», Metallstarke erreicht.

Dieses scheint mir die natürliche Gedankenrekhe gewesen zu seyn, welche den Ge-veraifeldzeuZineister von Helvig auf diese vortreffliche Construction geführt hat.

Man ist kn den Artilleriefchulen der Meinung, daß «ran die eisernen Kanonen schwe-rer machen müsse als die metallenen. Das Kanonenmetall erlaubt es vielleicht nicht, die-Metallstärke am Halse geringer alö wie jetzt gewöhnlich ist, zu machen; sollte dieses wirklichder Fall seyn, so könnte ein 24pfünder von Metall nicht leichter als der englische, nemlich«icht leichter als Centner oder ;yz6 englische, oder 5502 französische Pfund gemacht«erden, und es wäre also die obige Behauptung der Artillerieschuien falsch, indem hier ge-zeigt worden ist, daß mau eiserne -^fündet habe» könne, welche z6oo Pfund schwer allEFörderungen Genüge leisten.