versichert, viele Zürcherinnen verwenden mehr Geldauf Spize», als auf Wäsche. Zugleich klagt er, daßsie bey allem Putze sehr wenig Geselligkeit haben.»Ein Vornrtheil, schreibt er in dem 77sien Stücke,herrscht immer noch, daß Mädchen, die sich auf demGpazierganqe oder nach Hause von Jünglingen be-gleiten lassen, gerades Weges dem Falle zueilen."So wie im Umgänge, so herrschte auch in dem Klei-dcrbau, in dem Gerüche und in den Wohnhäuser»ein schwerfälliger Styl. Gewöhnlich diente daü un-tere Stockwerk zum Comptoir und zu den Handels-gcwölben; das mittlere zur Wirthschaft. Zu demDesuchzimmer stieg man mehrere. Treppen hinauf,beynahe bis unter das Dach. Hier hatte man zurGesellschaft nicht nur den Gastgeber, sondern auch ingroßen Bildnissen seine sämtlichen Ahnen; man la-gerte sich um eine breite Tafel, wo auch für dieweiblichen Gäste Weinflaschen aufgethürmt waren^In dem Prunksaal indeß traf man nur selten, nurbey einem GeburtS- Namens- oder JahreSfeste zusam-men. Ohne Besuche giengen mehrere Wochen vor-§ über. Mit Ausnahme aufferordentlicher Feierlichkei-ten, empfieng man in der gleichen Wohnstube undzu gleicher Zeit allerley Menjchen von jedem Standeund Alter. Nach Vergrößerung des kaufmännischenReichthumes folgte auf den etwas schwerfälligen, aberdoch treuherzigen, Ton ein ganz anderer, vielleicht
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Buch
4 (1809) Leonard Meister's Helvetische Geschichte während der zwei leztern Jahrtausende oder von Cäsars bis zu Bonaparte's Epoche [4]
Entstehung
Seite
306
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