Einleitung.
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§. 6.
Obigem aus der Karte die Rectascension eines Sternes, so finden wir nach §. 4 dieSternzeit und somit auch nach §. 3 die mittlere Zeit seiner Kulmination, daher auchsür irgend eine andere Zeit mit Hilft jeder gewöhnlichen Uhr den Stundenwinkel desSterns, d. h. denjenigen Theil seines täglichen scheinbaren Umlaufes um uns, den ervom Meridiane aus zurückgelegt hat.
Die aus der Karte ebenfalls bekannte Deklination aber mit der geographischenBreite des Beobachtungsortes verglichen gibt die Höhe, in weicher das Gestirn kulmi-nirt, denn die Deklination ist der Abstand des Gestirnes vom Aequator , und die geo-graphische Breite die Höhe des Poles über dem Horizonte, also auch der Unterschieddieser Breite von 90» die Höhe, bis zu welcher sich der Aequator über den Horizonterhebt. Ein Beispiel wird hinreichen, um hiervon die gehörige Anwendung zu zeigen.So findet man aus Blatt 3 sür Wega die Gerade Aufsteigung 277» 30', oder 18^30">, d. h. um 18^ 30»' Sternzeit kulminirt Wega täglich. Dieser Sternzeit ent-spricht z. B. am 20. Juli 1850 die mittlere Zeit 10^ 10"'; es kulminirt also Wegaan diesem Tage um 1(V' 40"° Abends, und hat demnach um 9^ 40"h 8^ 40"'u. s. w.einen östlichen Stundeuwinkel von 1/ oder 15«, 2^ oder 30» u. s. w. Aus dersel-ben Karte ersieht man, daß Wega etwa 38» nördl. Deklination hat; daraus folgt,daß dieser Stern in Wien , dessen Aequatorhöhe gegen 42« beträgt, in einer Höhe v^n80« oder nur 10« unter dem Zenithe durch den Meridian geht.
Wünscht man umgekehrt zu sehen, welche Gestirne zu einer gegebenen mittlerenZeit kulminiren, so hat man diese Zeit nach §. 3 in Sternzeit zu verwandeln, dieseSternzeit nach H. 4 in Bogen auszudrücken, und nun jene Karten auszusuchen, aufwelchen die diesem Bogen gleiche oder sür Kulminationen unter dem Pole die um 180«davon verschiedene Gerade Aufsteigung vorkommt. So findet man z. B., daß es am24. August 1850 um 7^, 51"> mittl. Zeit Abends 18^ 0"» Sternzeit ist, d. h. daßan dem besagten Tage zur genannten Stunde alle Gestirne im Meridiane stehen, derenRectascension 270« oder 90« beträgt. Für Wien , das 48« Polhöhe hat, und wodaher nur diejenigen Gestirne sichtbar sind, welche von 42« südlicher Abweichung überden Aequator und Nordpol hinaus bis 42« nördlicher Deklination stehen, werden hiernur die Blätter 3, 9, 10 für obere, und Blatt 4 unseres Atlas für untere Kulmi-nationen in Betracht kommen, und man wird aus diesen Karten ersehen, daß um jeneZeit der Kopf des Drachen nahe im Zenithe, der Schütze tief gegen den südlichen, derFuhrmann ebenso gegen den nördlichen Horizont steht u. s. w.
Zur Erleichterung solchen und ähnlichen Gebrauches des Atlas sind auf den bei-den Planigloben (Blatt 1 und 2) durch römische Zahlen die Gegenden angegeben, aufwelche die Mittelpunkte der betreffenden, die gleiche Nummer tragenden Specialkartenfallen. Uebrigens gelten alle Positionen von Sternen, auch wenn das Gestirn an sichunbeweglich ist, hauptsächlich wegen der sogenannten Präcession der Nachtgleichen, strenggenommen nur für eine gewisse Epoche, so z. B. unsere Sternkarten für 1850. DasNähere hierüber sowohl als über alles Obige, das hier nur für den Gebrauch derKarten in Kürze zusammengestellt wurde, findet man in I. I. v. Littrow's Werke:Die Wunder des Himmels, 4te Auslage.
8- 6. (Namen einzelner Sterne.) Hier folgt noch ein alphabetisches Verzeichniß der-jenigen Namen einzelner Sterne und Sterngruppen, die, wenn sie gleich größtentheilsimmer mehr aus dem Gebrauche sich verlieren, doch hier und da noch vorkommen, undwenigstens historisch nicht ganz uninteressant sind.
Achernar « Eridanus. Albirro st Schwan. Alderamin « Cepheus .
Aehre siehe Kornähre. Alcor A großer Bär. Algenib y Perseus .
El-Akrab st Skorpion. Alcyone Plejaden . Algenib y Pegasus.
Alamak ? Andromeda. Aldebaran a Stier. Algol st Perseus.