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PREUSSEN. — Sociale und industrielle Zustände.
Die Zahl der Dampfmaschinen, 1837 erst 423 mit 7,513Pferdekraft, war 1852 bereits auf 2832 mit 92,462 Pferdekraft gestie-gen. 1860 zählte man 8,685 mit 365,631 Pferdekr. ; nenüicli:
Maschinen Pferdekr.
a) fürRohproduction: Bergbau, Hütten-u. Salinenbetrieb 1,528 60,387
Landwirthschaftl. Zwecke (Ent.-
u. Bewässerung. 243 4,180
Schneidemühlen ...... 229 2,898
Getreidemühlen. 635 8,431
b) für Fabrication : Spinnerei, Weberei etc. 737 16,143
Maschinenfabriken. 373 4,139
metallische Fabriken. 621 16,618
andere Fabriken. 2,360 23,985
c) für Transport etc.: Schiffsmaschinen ...... 203 16,646
Locomotiven. 1,456 207,144
andere Handelszwecke .... 300 5,060
Vergl. Oesterr. S. 163.
Nach den letzten drei Aufnahmen waren die Dampfmaschinen überdie einzelnen Provinzen folgendermassen vertheilt:
1849 1852 1860
Rheinprovinz . . 658 848 2482 mit 117,115 Pferdekr.
Brandenburg . 360 558 1583 - 63,213
Sachsen.... 326 484 1580 - 44,772
Schlesien . . . 278 393 1153 - 34,278
Westphalen . . 177 270 1004 - 63,781
Pommern ... 95 171 363 - 16,889
Preussen . . . 63 94 351 - 18,109
Posen .... 7 14 148 - 7,099
Eisenbahnen. Im J. 1841 waren erst 114y 3 Meil. vorhanden, da-von blos 18 Meil. mit doppelten Geleisen. Der Geldaufwand betrug33’866,067 Thlr. = 296,190 pr. Meile. Der Ertrag stellte sich auf5,01 %. — 1847 war die Bahnlänge auf 238, Ende 1855 auf 507 Meil.gestiegen. (Kosten pr. Meile 1847 durchschnittlich 347,388, 1855 aber,— bei 140 Meil. Doppelgeleise — 418,482 Thlr. Ertrag in beidenJahren 4,27 und 6,74%.) 1856 hatte man 533% Meil., wovon 1 40%Staatsbahnen, sodann: 7 0 % Privatbahnen unter Staats- und 317*4 Meil.Privatbahnen unter eigener Verwaltung. Die Betriebseinnahme war25’459,160 Thlr. — Finde 1862 standen 811,65 Meil. im Betriebe,wovon 208,03 Staatsbahn, 186,87 Privatb. unter Staatsverwaltung,404,94 vollständ. Privatbahnen. Von obiger Gesammtsumme kommenaber auf das preuss. Gebiet (nach Abzug der preuss. Bahnstrecken inand. Staaten) doch nur 749,21 Meil. Doppelgeleisig waren im Ganzen241,73 M. — Das wirkl. verwendete Anlagecapital betrug 4 10’536,432
möchte. Schultze-Delitsch hat folgende Gegenüberstellung geliefert zwischendem gewerblich starr beschränkten rechtsrheinischen Bayern, dem ungenügendfreien Preussen und der gewerblich fast ganz freien bayer. Rheinpfalz. Eskommt je 1 Meister auf folgende Einwohnerzahl:
in Altbayern in Preussen in der Pfalz
bei den Bäckern . .
auf 488
auf 652
auf 783
Metzgern . .
474
831
958
Schuhmachern
232
252
310
Schneidern
178
188
191
Die theilweise Gebundenheit der Güter in Altbayern und Preussen trägtauch zu diesem Ergebnisse bei.