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4/1 (1833) Vom Anfange der Kreuzzüge bis zum Ende des fünfzehnten Jahrhunderts / nach den Quellen bearbeitet von F. v. Kausler
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auf zum Sturme schritten. Nach einem mehrere Tagefortgesetzten Kampfe wurde endlich von beiden Seite»ein Waffenstillstand vorgeschlagen 'und angenommen,der für beide Theile gleich Vortheilhaft war. Die StadtMachte sich anheischig, ihre Thore zu offnen, wofernHerzog Boleslaw nicht innerhalb 5 Tagen zum Ein-sätze erscheine; der Kaiser verlangte Geiseln und erhieltdie Kinder der vornehmsten Einwohner als solche.

Herzog Boleslaw von Polen, von diesem Ent-schlüsse in Kenntniß gesetzt, ließ den Glogaucrn sagen,sie sollten kräftig ausharren, auch wenn er nicht inder festgesetzten Zeit vor ihrer Stadt erscheine; dennschen die erwarteten Hülfsvvlker erst in seinem Lagerangelangt, so fühle er sich stark genug, um sie, selbst^enn sie sich dem Kaiser übergeben haben würden, die»Um wieder zu entreißen und sie die ganze Schwereseines Armes fühlen zu lassen. Diese Drohung bc-Himmte die Gloganer, sich bis auf den letzten Mannäa vertheidigen; sie benutzten die fünftägige Frist zurHerstellung der Breschen, zur Ziehung neuer Gräben»ud zur Errichtung von Aufwürfen. Selbst die Wei-der nahmen an diesen Arbeiten mit Eifer Theil.

Im Lager des deutschen Kaisers wußte man vondiesem Entschlüsse- nichts. Am festgesetzten Tage-d^te sich ein deutsches Corps der Stadt, um die Thoreöa besitzen; es ward jedoch mit einem Hagel von Pfei-ft empfangen, so daß den Deutschen kein Zweifelaber die feindseligen Gesinnungen der Glogauer übrigblieb.

Kaiser Heinrich ergrimmte über diesen Bruch