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deren Treue verdächtig war. Beim ersten Angriffe,den Graf Robert unternahm, wendeten sich dieseReiterschaaren zur Flucht; das Fußvolk jedoch, ange-ifert durch die Gegenwart des Königs, widerstand mitgroßer Ausdauer der feindlichen Reiterei. König Ste-phan kämpfte an diesem Tage mit dem Muthe derVerzweiflung und erst nachdem seine Streitart zerbro-chen, sein Schwerdt zersplittert und ein Srcinwurf ihnZu Voden geworfen hatte, gelang es dem Ritter Wil-helm von Kains, ihn zu greifen und gefangen zunehmen. Mit seinem Fall entschied sich die Niederlageder Seinigcn. Stephan selbst ward von seiner Geg-nerin ungroßmüthig behandelt, mit Ketten beladen undin das Schloß von Bristol abgeführt.
Belagerung von Winchester.
Nachdem die Kaiserin Mathilde sich in denBesitz der höchsten Macht gesetzt hatte, berief sie denBischof Heinrich von Winchester, des gefangenenStephans Bruder, an ihren Hof; da dieser zu er-scheinen zögerte, zog sie mit ihrem Bruder, dem Gra-sen Robert von Glocester, dem Grafen Milop°n Hereford und dem Grafen Nanulph vonEhester in größter Eile nach Winchester. BischofHeinrich zog sich in die von ihm mitten in der Stadterbaute Citadelle zurück und ward hier belagert. Al-^i" nach kurzer Zeit erschienen die Londoner BürgerUnter Anführung der Königin, und schloßen das Heer^r Kaiserin M athild evon allen Seiten ein, so daß dieses
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