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Schlacht an der Durbe.
Gegen die Einfälle der Litthauer rüsteten sich dieLandmeister des Deutschordens in Preußen und Lieflandmit großer Anstrengung. Im Sommer des Jahres1261 kam ein zahlreiches Heer aus allen dem Ordenunterworfenen Provinzen, verstärkt durch einen Heer-haufen dänischen Fußvolkes, den der Herzog Carl vonSchweden führte, und durch curländische Truppen, beider St. Georgenburg zusammen, zu dessen Anführungder alte Ordensmarschall Heinrich Botel ernanntwurde. Dieses Heer war eben im Begriffe- sich nachSamaiten zu wenden, als die Kunde im christlichenLager eintraf, ein litthauisches Streifcvrps habe einenTheil Curlands plündernd durchzogen und sey mit rei-cher Beute und einer Menge gefangener Franc» undKinder im Rückzüge begriffen.
Unverzüglich setzte sich das Ordensheer in Marsch,und fand die Litthauer an der Durbe gelagert. Indem wegen des Angriffs gehaltenen Kriegsrathe machteder pvmesanische Edle Macho den Vorschlag, sämmt-liche Mannschaft solle absitzen, die Pferde zurückgebrachtUnd der Kampf zu Fuße bestanden werden, weil dannFlucht weniger Aussicht auf Rettung gestatte.Allein die Ritter und insbesondere Herzog Carl vonSchweden verwarfen diesen Rath, die Schwere ihrerRüstungen vorschützend. Da erhoben die Curländer die,billige Forderung, daß ihnen im Falle des Sieges ihrebefangenen Frauen und Kinder ohne Löscgeld zurückge-geben würden; diese Forderung, von den Ordensritternbewilligt, ward von den Truppen aus Preußen und
1261 .tS. Juli.