Buch 
Die Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten ausführlich beschrieben / von Dr. Adolf Kenngott
Entstehung
Seite
64
JPEG-Download
 

64

Orthoklas, Adular.

duen eine und dieselbe Ebene durch wechselnde Theilezweier krystallographiscli verschiedener Flächen gebildetwird, indem dann die basischen Theile glatt, glänzend undfrei von Chlorit sind, während die anderen Theile, welchedurch die Längsflächen gebildet werden, grün sind.

Unter den verschiedenen Arten der Gruppirung, welchegewöhnliche Reihen in verschiedenen Richtungen erzeugt,bemerkt man bisweilen eine, welche gewissormasson dieZwillingsgesetze nach oP und 2Pco vereinigt, indem auf einenZwilling nach oP ein zweiter nach oP so aufgewachsen ist,dass bei der Durchwachsung ein Vierling nach 2Pco ent-stehen würde, auf den zweiten ist ein dritter Zwillingnach oP so aufgewachsen, dass er parallel dem erstenliegt, auf dem dritten liegt ein vierter in der Lage deszweiten u. s. f. Solche Gruppen wiuden , wenn man dieersten, dritten, fünften u. s. w. Zwillinge und die zweiten,vierten, sechsten u. s. w. Zwillinge zu je einem vereinigtdächte, einen Vierling darstellen, wie sie oben beschriebenwurden, während sie als Gruppen das Gesetz der Ver-bindung von Zwillingen nach oP zu Vierlingen nach 2Pobsehr schön darstellen.

Bei den Zwillingen nach 2Poo und den weiteren Ver-wachsungen ist häufig ein bläulicher Lichtschein im Innernder Krystalle zu bemerken, welcher zu dem NamenMondstein Veranlassung gegeben hat und wohl alseineFolge der Zwillingsbilduug und des Durchdringens zweierIndividuen angesehen werden könnte, wenigstens hierdurchverstärkt wird, da er sich auch bisweilen an einzelnenIndividuen, doch in der Regel dann minder stark zeigt.

Die Fundorte der Adulare sind ziemlich zahlreichund liegen, mit Ausnahme einiger anderen, besonders imGebiete des St. Gotthard und in Wallis .

In Ober-Wallis findet sich Adular bei Viesch