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1 (1824) Erster Theil: Taktische Geschichte der Artillerie / von W. von Grevenitz
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Mann, in 53 Bataillonen und 95 Schwadronen, entge-gen stellen konnte.

Das Finksche Korps deckte, in einer Stellung beiBischoffssee und Lrettin, den Linksabmarsch des Königs(Plan XII. a. a.), und sollte die Aufmerksamkeit des Fein-des von diesem Marsche ablenken; welcher Zweck auch gänz-lich erreicht wurde. Der Marsch des Königs blieb denRussen unbekannt. In der Kunersdorfer Heide formirte sichseine Armee zum Angriffe, und rückte bis an den Saumdes Waldes mit der Weisung vor, beim Angriffe denrechten Flügel vor-, den linken zurück zu halten.

Sechs Grenadierbataillone und ein Infanterieregi-ment waren zum ersten Angriffe bestimmt. Eine Bat-terie von 60 Kanonen 1 2 ) wurde auf dem Kleistberge, amRande des Waldes, aufgefahren (in b. b.); eine andereBatterie (in c. c.) auf dem sogenannten Seidlitzbergeaufgestellt. Es war hier abermals eine in Masse aufge-stellte Artillerie, welche den Angriff der Truppen vorberei-ten sollte. Der Geschichtsschreiber und Feldherr sagt a ):Dieser Theil ihrer (der russischen) Verschanzung wardvon den Preußen recht wie ein Polygon in einer förmli-chen Belagerung eingeschlossen und umringt. Als nunAlles im Stande war, rückte die Avantgarde, unter demSchutze eines Feuers von 60 Kanonen, gegen das Fort/und eroberte es fast im ersten Anlauf."

Unter der Deckung des Feuers aus den Batterien(a. a. b. b. c. c.), nahm die Avantgarde der Preußenden Mühlberg, und eroberte 70 feindliche Geschütze. Hierschien die Schlacht entschieden; die Feinde waren in wil-der Unordnung, und ihr fernerer Widerstand würde ver-geblich gewesen seyn, hätte jene Artillerie und Kavallerie

1) Charakteristik der wichtigsten Treignisse des siebenjäh-rigen Krieges.

2) Hinterlassene Werke Friedrichs ii.