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1 (1824) Erster Theil: Taktische Geschichte der Artillerie / von W. von Grevenitz
Entstehung
Seite
67
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In Frankreich waren zu Ende des siebenjährigenKrieges die Bestimmungen von 1732 noch geltend, mitAusnahme leichter 4pfünder, welche durch den Marschallvon Sachsen in den Feldzügen von 1741 bis 1748 zumVorschein kamen. Obgleich der Marschall sehr dafür ein-genommen war, so fanden sie doch keinen rechten Ein-gang in der französischen Artillerie. Im Ganzen bliebAlles bei der Einrichtung von 1732. Im siebenjährigenKriege beschwerten sich die französischen Marschälle sehrüber die Schwere und Langsamkeit der Geschütze. Frie-drichs Feldzüge sowohl, als die Erleichterung der preußi-schen Artillerie, und das schlechte Glück der französischenTruppen, zog die Aufmerksamkeit der Regierung insbe-sondere auf diese Waffe, welche zur Zeit des spanischenErbfolgekrieges den Rang der besten in Europa behaup-tet hatte.

General Gribeauval, weichex fcj e Feldzüge des sieben-jährigen Krieges in östreichischen Diensten gemacht, undGelegenheit gefunden hatte, sowohl die östreichische, alsauch die preußische Artillerie kennen zu lernen, kehrte infranzösische Dienste zurück. Ihm wurde die Verbesserungder Artillerie übertragen, welche mit dem Jahre 1765begann. Der Kriegsminister Choiseul ließ in gedachtemJahre, nach den Angaben des Generals Gribeauval,25 Stück 12 Pfänder, 50 Stück 8pfünder und 75 Stück4pfünder, mithin 150 Geschütze neuer Art gießen. Alleineine so gänzliche Umformung des alten Systems fandgroße Widersacher, und veranlaßte eine Menge Streit-schriften in der französischen Artillerie, welche gleichsamdas Artilleriekorps in zwei Partheien theilten. Endlichbehielten die Anhänger der alten Einrichtungen die Ober-hand, und 1772 wurden die neuen wieder gänzlich abge-schafft, das System von 1732 aber beibehalten. ImJahre 1774 wurden die Angelegenheiten der Artillerie wie-der in Erwägung gezogen, und, unter dem Vorsitze mehrerer