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1 (1824) Erster Theil: Taktische Geschichte der Artillerie / von W. von Grevenitz
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sens. Wenn gleich die russischen Dragvnerregimenter be-reits im Jahr 1759 Regimentsstücke, wie die Infanterie,erhielten, so fallt doch die Einrichtung der reitenden Ar-tillerie erst ins Jahr 1794. Der Fürst Subow leitete zudieser Zeit die Einrichtung von 5 Kompagnien reitenderArtillerie, jede von 219 Mann. Die erste Formationdieser Artillerie kostete 234,954 Rubel, det jährliche Un-terhalt einer Kompagnie 23,110 Rubel 51 Kopeken. InRücksicht der Geschütze haben die Russen manche Eigen-thümlichkeiten, worunter im siebenjährigen Kriege dieSchuwalow, und noch jetzt die Einhörner gehören, nebenwelchen sie 12- und 6 Pfänder als Feldgeschütz führen.

Schon oben in der Einleitung ist bemerkt worden,daß der letzte Feldzug Friedrichs des Großen 1778, sowie die Türkenkriege der Russen und Oestreicher, keinenAbschnitt in der Kriegskunst machen. Eben so wenig istdies in der Taktik und dem Gebrauch der Artillerie derFall. Diese blieb auf der oben erwähnten Stufe. Frie-drich nahm 1778 eine noch größere Anzahl schweres Ge-schütz als früher mit ins Feld. Bei der Armee in Schle-sien, welche aus 80 Bataillonen und 131 Schwadronenbestand, befanden sich:

40 schwere,

90 mittlere und40 leichte 12pfünder.

Berechnet man nun diese Armee nach den damaligenEtats, in kompletter Stärke, zu 75,350 Mann, so kom-men, mit Zuziehung der Bataillonskanonen, 4 Geschützeauf 1000 Mann.

Preußen, welches bis zum Revolutionskriege, außerdem Feldzuge nach Holland, keinen Krieg führte, behieltim Allgemeinen die Einrichtung der Artillerie, wie wir siebemerkt haben, mit Ausnahme nachfolgender Veränderungen.

Die 3 Pfänder-Regimentskanonen wurden den, 1787neu errichteten Füsilierbataillonen überwiesen, jedes derfel-